Hoffnung für ein neues Leben

Phil Schulze Dieckhoff über das Sakrament der Krankensalbung

Der katholische Militärpfarrer Joseph T. O'Callahan spendet einem Marine-Soldaten das Sakrament der Krankensalbung an Bord der USS Franklin nach einem japanischen Luftangriff am 19. März 1945. Der Verwundete hieß vermutlich Robert C. Blanchard. Er überlebte den Angriff.
Foto: Wikimedia / US Naval Historical Center
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27 August, 2017 / 4:39 PM

Meine ersten Wochen als Priester konnte ich in meiner Pfarre in Dijon verbringen, bevor ich demnächst die Kaplanstelle antrete. Unsere Pfarre dort ist hauptsächlich von Jugendlichen geprägt – 6000 Schüler gehen täglich auf dem Pfarrgebiet zur Schule, in denen wir für die Seelsorge zuständig sind.

Eine Pfarre ist aber für alle da. Und während die einen am Beginn ihrer christlichen Laufbahn auf den Weg gebracht werden müssen, brauchen die anderen Begleitung am Ende ihres Christenlebens. Das entscheidende Sakrament "am Ende" ist die Krankensalbung. In den vergangenen Wochen hatte ich mehrmals die Gelegenheit diese zu spenden.

Wenn das ganze Christenleben eine lange Vorbereitung auf das ewige Leben ist, dann ist die Krankensalbung der letzte Schritt auf diesem Weg. Was in Krankheit und Alter an Kraft fehlt, wird von Christus hinzugegeben. Wenn der Herr es will schenkt er die fehlende Kraft. Aber vor allem gibt er das Geschenk der Hoffnung – den festen Blick darauf, dass am Lebensende die Begegnung mit ihm steht.

Am Ende steht Christus. Der Weg zu ihm ist nie ganz gerade, sondern ist immer eine Umkehr, weg vom alten Mensch, hin zum neuen. Damit gerade das letzte Sakrament eine wahre Wendung zum Herrn wird, ist die Krankensalbung mit der Beichte verbunden, sofern sie möglich ist. Dass das grundsätzlich gut ist, bestreitet sicher niemand. Aber wenn seit der letzten Beichte schon Jahre zurückliegen, dann wird sie zu einem gewaltigen Ding, ein bisschen furchteinflößend fast.

Umso tiefer wird die Wende, die jemand in so einer Beichte vollzieht, wenn sie auch ungeübt und ein wenig knöchern sein mag. Wer in der letzten Krankheit oder wirklich am Ende seines Lebens bewusst die Stärkung und das Verzeihen Gottes sucht, der findet das alles und vor allem ihn selbst. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich das erste Mal die Krankensalbung spenden konnte. Gewissermaßen als die Weihe eines ganzen Lebens, wo jemand mit der Erfahrung eines ganzen Lebens an der Schwelle zum neuen Leben steht und sagt: ja, mit allem was ich bin und war bitte ich darum, in das neue, ewige Leben einzugehen.

Phil Schulze-Dieckhoff ist Priester der Gemeinschaft Sankt Martin

Eine Übersicht der Gast-Beiträge der jungen Geistlichen der Gemeinschaft bei CNA Deutsch finden Sie hier.

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Hinweis: Gastkommentare spiegeln die Meinung des Autors wider, nicht unbedingt die der Redaktion von CNA Deutsch.