5 Mythen über die Beichte, die manche Leute immer noch glauben

Beichtstuhl in Nordrhein-Westfalen
Foto: Angela Marie via Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
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Das Sakrament der Beichte (oder Versöhnung) ist ein weithin missverstandener Bestandteil des Katholischen Glaubens - was schade ist, denn es ist auch ein sehr wichtiger.

Hier sind fünf der häufigsten Mythen:

Mythos 1: Beichte zeigt, dass Katholiken glauben, dass Jesu’ Opfer nicht ausreichte

Tatsächlich ist dieser Einwurf für gewöhnlich von protestantischen Christen zu hören, die sich fragen, warum ein Mensch noch mehr Verzeihung braucht wenn er sich doch bereits Christus zugewandt hat.

Dieser Einwand hat zwei Probleme.

Erstens beruht die ganze Kraft der Beichte auf dem Opfer Christi. Christus errang unendliche Gnade am Kreuz, und das Sakrament der Beichte ist ein wichtiger Weg des Zugangs zu seiner Gnade. Mit anderen Worten, die Beichte ist nicht eine Quelle der Gnade, unabhängig von Christus. Sie ist ein Instrument.

Zweitens beruht dieser Einwand üblicherweise auf einem Missverständnis christlichen Lebens. Manche Christen glauben, dass ein Mensch, wenn er sich einmal bekehrt hat, keines weiteren Wachstums in der Gnade des Herrn bedarf, um zur Erlösung zu kommen. Die Katholische Kirche aber lehrt (mit der Bibel), dass das christliche Leben in der fortwährenden Bekehrung und des Wachstums in der Heiligkeit durch die Gnade Christi besteht.

Mythos 2: Die Beichte ist nicht biblisch und wurde von der Kirche erfunden

Tatsächlich hat - was manche überraschen mag - Jesus selbst in der Heiligen Schrift das Sakrament der Bechte begründet.

Im Johannes-Evangelium, nach der Wiederauferstehung von den Toten, erscheint Jesus seinen Jüngern. Dann geschieht folgendes:

“Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.” (Joh 20,21-23)

An genau dieser Stelle gibt Jesus seinen Aposteln ausdrücklich die Macht der Vergebung - oder Verweigerung der Vergebung - der Sünden, was die Grundlage der Beichte ist. Und die Kirche hat dies von ihren Anfängen an praktiziert. Natürlich gab es in der Praxis verschiedene Formen im Lauf der Zeit, doch begründet ist die Beichte in der Bibel (siehe auch Katechismus der Katholischen Kirche, §1447).

Mythos 3: Beichten ist optional

Tatsächlich ist die Beichte in zweifacher Hinsicht für jeden Katholiken vorgeschrieben.

Erstens, gemäß den Vorschriften der Kirche, müssen alle Katholiken mindestens einmal pro Jahr zur Beichte gehen.

Zweitens ist das Sakrament der Beichte (oder das Verlangen danach mit echter, vollendeter Reue) notwendig für die Erlösung getaufter Personen, die nicht im Stand der Gnade sind (vgl. das Konzil von Trient).

Kurzum: Die Beichte ist nicht nur einfach eine nette Form von Therapie, wenn einem danach ist. Vielmehr ist sie ein notwendiger Bestandteil katholischen Lebens und letztlich Voraussetzung für die Erlösung.

Mythos 4: Beichte ist nur für “wirklich schlechte Menschen”

Tatsächlich ist die Antwort auf Mythos 3 schon eine Hilfe bei der Richtigstellung dieses Mythos. Denn wer katholisch ist, der muss eh einmal pro Jahr - mindestens - zur Beichte gehen.

Doch, was noch viel wichtiger ist: Wir sind alle Sünder. In der Bibel heißt es: “Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner und sein Wort ist nicht in uns.” (1 Joh 1,10) Wer also meint, nicht die Gnade der Vergebung Christi zu brauchen, der muss vielleicht einen genaueren Blick auf sein geistliches Leben werfen.

Mythos 5: Beichten macht Angst

Tatsächlich mag jemand, der länger nicht mehr beichten war, glauben, dass der Priester schockiert sein wird von dem, was man sich alles aufgelastet hat, und grausam oder zu hart reagiert.

Die große Mehrheit der Katholiken, die heute beichten geht, erlebt eher das Gegenteil. Beichtväter haben schon alles gehört (Sünde ist etwas gewöhnliches, ja, stumpfsinniges) und meistens reagieren sie mit einem Ratschlag, Ermutigung und einer kleinen Buße (meistens ein paar Gebeten). Ausnahmen sind selten heutzutage.

Wer also getaufter Katholik ist, und schon länger nicht mehr beichten war, sollte gehen!

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von www.ChurchPOP.com

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