"Bleibt unerschütterlich in Christus, tretet mit allen Kräften die Nachfolge Jesu an"

Zum Wesentlichen gehen, sich erneuern, und sich beteiligen: Papst Franziskus predigt in Medellin über das christliche Leben als Jüngerschaft

Papst Franziskus predigt in Medellin (Kolumbien) am 9. September 2017
Foto: CNA / David Ramos
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"Unerschütterlich und frei in Christus" zu sein, und "mit allen Kräften die Nachfolge Christi" zu leben: Dazu hat Papst Franziskus bei seiner Predigt am Flughafen Enrique Olaya Herrera in Medellin aufgerufen.

Nur wer ein mutiger Jünger Jesu ist, kann auch wirklich frei sein, so der Pontifex, und drei Dinge tun: Zum Wesentlichen gehen, sich erneuern, und sich beteiligen.

Verspätet durch die schweren Regenfälle, die einen Anflug per Hubschrauber verhinderten, kam ein fröhlicher Papst zu den jubelnden Menschen in Medellin am heutigen Samstag (Ortszeit). In seiner Predigt sprach der Pontifex aber über ein ernstes Thema, in Anknüpfung an seine Worte über die Hoffnung in Bogotà.

Auch wenn Gesetze in der Heiligen Schrift für die Pharisäer sind: Es geht nicht darum, Gesetze nach Laune zu brechen, warnte der Papst. Diese falsche Freiheit ist keine christliche, und führt nicht zum Wesentlichen, zu dem Christen gehen müssen: 

[S]elbst Jesus ist nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen (vgl. Mt 5,17). Es bedeutet, in die Tiefe zu gehen, zu dem, was zählt und für das Leben Wert hat.

In diesem Sinne könne die Beziehung zu Gott kein oberflächliches Hängen an Normen und Gesetzen sein, und ebenso wenig ein Vollzug von bestimmten äußeren Handlungen, die nicht zu einer wirklichen Änderung des Lebens führen.

Wer zum Wesentlichen gehen wolle, der müsse sich Gott ganz zuwenden, ihm zuhören, und von dort heraus in Nächstenliebe auch handeln.

Als mutiger Jünger Jesus sich zweitens zu erneuern, so der Papst weiter, bedeute, keine Angst zu haben, sich aufrütteln zu lassen:

"Die Erneuerung verlangt Opfer und Mut, nicht um sich für besser oder untadelig zu halten, sondern um dem Ruf des Herrn besser zu entsprechen."

Drittens gehe es darum, sich zu beteiligen. Sich einzubringen, so Franziskus, "entspringt dem Wissen, dass es viele gibt, die Hunger haben, Hunger nach Gott, Hunger nach Würde, weil sie entblößt worden sind. Als Christen wollen wir ihnen helfen, sich an Gott zu sättigen.

Er sei bis hierhergekommen, eben um die Menschen im Glauben und in der Hoffnung des Evangeliums zu stärken, so der Papst abschliessend:

Bleibt unerschütterlich und frei in Christus, so dass ihr ihn in allem, was ihr tut, widerspiegelt. Tretet mit all euren Kräften die Nachfolge Jesu an; lernt ihn kennen; lasst euch von ihm rufen und unterweisen; verkündigt ihn mit großer Freude. Auf die Fürsprache unserer Mutter Maria (...) bitten wir Gott, dass wir in der Ausrichtung unseres Lebens auf Christus einfach Missionare seien, die allen das Licht und die Freude des Evangeliums bringen.

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