Das ist Fatima: Sechs Erscheinungen, drei Hirtenkinder, eine Botschaft für die ganze Welt

Maria
Foto: Shutterstick/littlekop
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Am 13. Juli 2017, jährt sich zum 100. Mal die Offenbarung des dritten Geheimnisses von Fatima. Während der Krieg in Europa wütet, während Russland dabei ist, in die Hände der Bolschewiken zu fallen, während Portugal selbst eines der dunkelsten Kapitel seiner Geschichte durchlebt, durchzogen von den Machenschaften der Freimaurer und antiklerikaler Bewegungen, erscheint die allerseligste Jungfrau sechs Mal in Fatima und richtet an drei Hirtenkindern eine Botschaft zur Bekehrung, die auch heute noch gilt.

Bereits drei Mal war die Gottesmutter in vorausgegangenen Jahren erschienen: Zuerst in La Salette im Jahr 1864, dann 1858 in Lourdes und zuletzt 1888 in Castelpetroso. Die Erscheinung in Fatima, die erste des 20. Jahrhunderts, findet am 13. Mai 1917 statt und deshalb begeht die Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima an diesem Tag.

Brutaler Kampf gegen Kirche und Glauben

Die Situation in Portugal war in dieser Zeit äußerst kritisch. Die Kirche war vorrangiges Ziel der portugiesischen Revolution, die die Monarchie gestürzt und die Republik ausgerufen hatte, deren führende Mitglieder fast ausschließlich Freimaurer waren. Man plünderte Kirchen, griff Konvente an, verfolgte Ordensleute. Vor allem aber erließ man antiklerikale Gesetze: man hob Konvente, Klöster, Orden auf, man wies Ordensleute aus, konfiszierte ihre Güter, zwang die Jesuiten, auf die portugiesische Staatsbürgerschaft zu verzichten.

Es folgten weitere neue Gesetze in verschiedenen Bereichen, eines nach dem anderen: Scheidung, Einäscherung, Säkularisierung der Friedhöfe, Abschaffung der Ordensgelübde, Abschaffung des Religionsunterrichts in den Schulen, Verbot der Priesterkleidung, Einschränkungen zum Glockengeläut, Verbote zur öffentlichen Feier religiöser Feste, Einmischung sogar in den Priesterseminaren, bei denen die Regierung sich herausnahm, die Professoren zu ernennen, bis hin zum Gesetz der Trennung von Staat und Kirche, durch das dessen Urheber – Alfonso Costa – beabsichtige "im Zeitraum von zwei Generationen" den Katholizismus in Portugal komplett auszulöschen.

Ein kleines Dorf wird zum übernatürlichen Mittelpunkt

Das geschah nicht, weil die Volksfrömmigkeit in Portugal stark war und weil der heilige Pius X. sich widersetzte. Er geschah auch nicht, weil es Fatima gab.

Fatima war damals ein kleines Dorf, zu dem der Teil Aljustrel gehörte, in dem die drei Hirtenkinder geboren wurden, alle in einer kinderreichen Familie: Lucia, geboren 1907, ihr Cousin Francisco (1908) und ihre Cousine Jacinta (1910). Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Herden zu hüten. Bereits 1916 erschien ihnen ein leuchtender Engel. Er stellte sich als Engel des Friedens vor und lud sie ein, zu beten. Das geschah drei Mal. Der Engelszyklus, wie Lucia ihn nannte.

Im Jahr 1917 begannen die marianischen Erscheinungen. Es war so ein wunderschöner Tag, der 13. Mai, dass die drei Kinder sich entschlossen, bis zur Cova da Iria zu gehen. Auf halbem Weg erstrahlte ein Licht und dann erschien eine schöne Frau, weiß gekleidet, mit einem goldenen Gürtel und einem Rosenkranz in den Händen. Lucia war es, die das Wort ergriff und sie fragte, woher sie käme. Die Frau antwortete, dass sie vom Himmel käme und sie bitte, sechs Monate lang an jedem 13. wiederzukommen. Sie bat die Kinder auch, jeden Tag den Rosenkranz zu beten und ihre Leiden für die Bekehrung der Sünder aufzuopfern.

Was viele nicht über die Erscheinungen wissen 

Während aller Erscheinungen wird es immer Lucia sein, die mit der Frau spricht, Jacinta wird sie sehen und hören, aber nicht sprechen und Francisco wird sie nur sehen, aber nicht hören und die Mädchen werden ihm anschließend alles berichten.

Die drei Kinder kamen am 13. Juni mit 14 Freunden wieder. Am 13. Juli hatten sich dann schon 5.000 Menschen versammelt. Das war der Tag, an dem die Hirtenkinder die Vision der Hölle hatten, den ersten Teil der Geheimnisse.

Vom Bürgermeister eingesperrt

Die Nachrichten über Fatima machten die Runde. Das konnte den antiklerikalen Kreisen, die Portugal regierten, nicht gefallen. Als die drei Kinder am 13. August wieder zu ihrer Verabredung gehen wollten, wurden sie von Arturo Oliveira Santos, dem Bürgermeister von Vila Nova de Ourem entführt und eingesperrt. 

Das setzte die Kinder psychisch stark unter Druck: Entweder mussten sie zugeben, gelogen zu haben, oder die Geheimnisse der Frau preisgeben. Santos war ein Freimaurer der Loge von Leiria und gründete eine weitere Loge in Vila Nova de Ourem, während die Loge von Santarem der Stützpunkt für jene wurde, die atheistische Aktionen gegen die Erscheinungen organisierten und sogar die kleine, improvisierte Kirche zerstörten, die Gläubige errichtet hatten.

Die nächste Erscheinung fand dann am 19. August statt und die Frau versprach den Hirtenkinder für Oktober ein für alle sichtbares Zeichen, um die Echtheit der Erscheinungen zu bestätigen.

Viele kamen, um die Erscheinung zu "entlarven"

Am 13. September hatten sich 30.000 Personen in der Cova da Iria versammelt, darunter viele Kranke. Die Gottesmutter bat die Kinder, an diesem Ort ein Heiligtum zu errichten und dafür die Spenden zu verwenden, die reichliche kommen würden.

Dann kam der 13. Oktober. Die Cova da Iria füllte sich mit einer riesigen Menschenmenge, darunter viele Journalisten und antiklerikale Gegner, entschlossen zu beweisen, dass alles nur eine Zurschaustellung sei. Damals geschah das Sonnenwunder.

Lassen wir Avelino de Almeida das Wort, dem Chefredakteur von "O Seculo", der bekanntesten und einflussreichsten liberalen Tageszeitung aus Lissabon:

"Von der Straße aus, wo die Kutschen eng zusammengedrängt standen, und wo hunderte von Menschen standen, die nicht den Mut hatten, sich durch den vom Regen schlammig gewordenen Boden weiter zu nähern, sahen wir, wie sich die riesige Menschenmenge der Sonne zuwandte, die - strahlend zwischen den Wolken - senkrecht am Himmel stand. Sie schien eine silberne Scheibe zu sein und es war möglich, sie problemlos anzusehen. Sie brannte nicht in den Augen. Sie blendete nicht. So als wäre eine Sonnenfinsternis. Dann hörte man laute Schreie und die Leute begannen zu rufen: 'Ein Wunder! Ein Wunder! Wie wunderbar! Wie wunderbar!' Vor den staunenden Augen der Leute, deren Verhalten uns in biblische Zeiten zurückversetzte und die, verblüfft und mit unbedecktem Haupt, den klaren Himmel betrachteten, zitterte die Sonne, sie machte seltsame und abrupte Bewegungen, entgegen allen wissenschaftlichen Gesetzen – die Sonne 'tanzte', wie die Bauern mit einem typischen Ausdruck sagen."

Das ist die Geschichte der sechs Erscheinungen von Fatima. Die Geschichte der drei kleinen Zeugen. Francisco und Jacinta starben früh: Francisco an der Spanischen Grippe im Jahre 1918, umgeben von seiner Familie, Jacinta 1920 an einer schweren eitrigen Rippenfellentzündung im Krankenhaus von Lissabon, in das man sie gebracht hatte, um sie zu operieren. Weit weg von Lucia, weit weg von ihren Eltern. Sie opferte alles für die Bekehrung der Sünder auf.

Francisco und Jacinta wurden von Papst Johannes Paul II im Jahr 2000 seliggesprochen und werden von Papst Franziskus in Fatima heiliggesprochen werden.

Schwester Lucia überlebte, ging ins Kloster und starb 2005 im Alter von 98 Jahren. Ihr Seligsprechungsverfahren ist im Gang

Erstveröffentlichung 11. Mai 2017.

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