Die Diskriminierung von Christen im Nahen Osten hört mit der Niederlage des IS nicht auf

Flüchtlinge
Foto: Caritas Internationalis
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Der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten des Vatikanischen Staatssekretariats, Monsignore Paul R. Gallagher, machte darauf aufmerksam, dass die Diskriminierung der Christen im Nahen Osten mit der Niederlage des Islamischen Staates (IS) nicht enden wird.

Die Verfolgung und Unterdrückung und systematische Diskriminierung von Christen endet erst dann, wenn das Recht auf Religionsfreiheit, ein wichtiger Bestandteil der Menschenrechte, vollständig anerkannt und eingehalten werden wird.   

Der Vertreter des Vatikan äußerte dies auf der internationalen Konferenz zum Schutz der Religionsgemeinschaften am vergangenen 13. Juli im italienischen Außenministerium, einige Tage nachdem die Regierung des Irak die Befreiung Mossuls bekannt gegeben hatte, einer Stadt, die mehr als drei Jahre vom IS kontrolliert worden war.

Wie der Osservatore Romano in seiner Ausgabe vom 14. Juli mitteilte, erinnerte Monsignore Gallagher daran, dass "sich die Christen und andere Minderheiten bereits vor der Barbarei des sogenannten Islamischen Staates als Bürger zweiter Klasse gefühlt haben."

"Es muss klar sein: Die diskriminierende Ideologie wird nicht einfach durch den Zusammenbruch des Islamischen Staates im Nahen Osten aufhören. Es wir schwer sein, die Häuser im Irak wieder aufzubauen, viel schwerer jedoch wird es sein, die irakische Gesellschaft wieder aufzubauen" mahnte er.

Monsignore Gallagher bekräftigte das Interesse des Heiligen Stuhles am Schutz und an der Verteidigung der Minderheiten, unabhängig davon, welcher Ethnie oder Religion sie angehören, sagte aber auch, dass man "dem Schicksal der christlichen Gemeinschaften besondere Aufmerksamkeit widme, vor allem im Nahen Osten, dem Geburtsort des Christentums."

Wenngleich dies "ein Gefühl der geistigen Solidarität vermittle, sei die Kirche nicht blind für das Leid und die Verfolgung der anderen Gruppen" versicherte er.  "Wenn eine religiöse oder ethnische Gemeinschaft bedroht wird, schadet das allen Gemeinschaften, inklusive jenen, von denen die Bedrohung ausgeht" erklärte Gallagher.

Er bekräftigte in diesem Sinne die Bedeutsamkeit der Verteidigung des Rechts auf Religionsfreiheit angesichts von Radikalismus und dem Schüren von Gewalt, die auch in Bereichen wie dem Internet und den neuen Technologien zu finden seien, in denen sich falsche Botschaften sehr schnell verbreiten.

"Die Religionsfreiheit ist wichtig, da sie ein Teil der Menschenrechte ist, die miteinander verbunden und untrennbar sind".

Der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten des Vatikanischen Staatssekretariats erklärte, die religiösen Oberhäupter müssten "den Menschen helfen, zu verstehen, dass das Erkennen eine religiöse Dimension des Extremismus, oder besser gesagt der Manipulation der Religion für gewaltsame Zwecke, nicht bedeute, alle Religionen oder eine bestimmte Religion oder Religionsgemeinschaft und Gewalt auf dieselbe Ebene zu stellen."

Der vatikanischen Tageszeitung zufolge verkündete der italienische Außenminister anlässlich der Konferenz die Einrichtung einer Beobachtungsstelle für Minderheiten auf der ganzen Welt. Ein Organismus, der nach Angaben des diplomatischen Netzwerkes, "zum Schutz der Religionsfreiheiten die bedeutendsten Fälle melden und vor den kritischsten Situationen warnen soll" so das Dikasterium.