Franziskus an Jugendliche in Kolumbien: Lasst Euch nicht die Freude und Hoffnung nehmen

Jubel und Segen: Papst Franziskus im Gespräch mit Jugendlichen in Bogota am 6. September 2017.
Foto: CNA / David Ramos
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Es war eine emotionale Begegnung mit Tiefgang: Als Papst Franziskus am gestrigen Abend (Ortszeit) bei der Apostolischen Nuntiatur in Bogota ankam, ermutigte er die Jugendlichen, sich nicht "die Freude und die Hoffnung" rauben zu lassen.

"Danke für die Freude, danke für den Mut. Lasst euch die Freude nicht rauben. Was dürft ihr euch nicht rauben lassen?" fragte der Heilige Vater.

Die Jugendlichen antworteten: "Die Freude!"

"Niemand darf sie euch nehmen, niemand soll euch täuschen. Lasst euch die Hoffnung nicht stehlen. Was dürft ihr euch nicht stehlen lassen?", so weiter der Heilige Vater.  

"Die Hoffnung!", lautete die Antwort der Anwesenden.

Das Treffen war umrahmt von einem musikalischen Akt, bei dem auch Raps und traditionelle Tänze auf dem Programm standen, die von den Jugendlichen des Instituto Distrital para la Protección de la Niñez y la Juventud ("Bezirksinstitut zum Schutz der Kindheit und Jugend", kurz Idipron), einer vom Salesianer Pater Javier de Nicolo gegründeten Organisation, aufgeführt wurden. Das Institut betreut Kinder und Jugendliche in Situationen sozialer Gefährdung und Not.

Der Papst bedankte sich für "die Mühe, die ihr euch gemacht habt. Vielen Dank für den Weg, den ihr vorbereitet habt. Das nennt sich Heroismus."

"Auch die Jüngsten und die Ärmsten können Helden sein. Sie haben im Irrtum gelebt, sie haben Fehler gemacht, sie sind aufgestanden und sind Helden und gehen vorwärts. Macht weiter! Macht weiter so!", forderte er sie auf.

Nach der musikalischen Darbietung der Jugendlichen des Instituts, trugen Angie und Ferney dem Papst ihr Zeugnis vor. Das junge Mädchen sagte zum Papst, die Jugendlichen würden die "Einladung, den ersten Schritt zu tun, annehmen. Wir haben verstanden, dass Sie das gleiche für uns tun, indem sie von so weit weg hierher kommen."

"Wie versichern Ihnen, dass wir den unseren tun werden, nicht nur, indem wir Ihnen zuhören und uns ihre Vorschläge der Humanisierung der Ausgegrenzten in unserer Gesellschaft anschließen, sondern auch, indem wir uns dafür einsetzen, über die Versuchungen zu siegen, die uns bedrängen und zerstören", fügte sie hinzu.

"Dieser Tag wird in unserer Erinnerung und in unserem Herzen unauslöschlich bleiben", so die Jugendliche.

Ferney betonte, dass "der Schmutz, der uns auf den Straßen schlafen lässt, uns scheinbar unsichtbar macht für einige Herzen, für die wir einfach nur Bedürftige sind, die weggeworfen werden sollten und verschwinden müssten."

Aber: "Wir sind menschliche Wesen, die zu etwas dienen können, und wir danken jenen, die uns nach dem Beispiel Jesu die Hand reichen, ohne zu urteilen und mit dem Finger auf uns zu zeigen."

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Dann überreichten die Jugendlichen dem Papst drei Geschenke: eine Ruana, eine Kerze und ein Hinterglasbild.

Die Ruana, ein traditionelles Kleidungsstück, das man in vielen Ländern auch "Poncho" nennt, ist ein Zeichen für "die Arbeitsamkeit unserer Handwerker, der Jugendlichen des IDIPRON, die ihn mit ihren eigenen Händen gewebt haben."

Als Zeichen der Dankbarkeit zog sich der Papst die Ruana an und lächelte.

Die Kerze, die von den Jugendlichen hergestellt worden war, die in der ersten Phase ihres Weges sind, der sie von der Straße wegbringen soll, symbolisiert "das Licht, das Sie für jeden von uns sind, die wir Christus folgen und an ihn glauben, der uns als Auferstandener erleuchtet."

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Am Ende überreichten die Jugendlichen dem Papst ein Hinterglasbild mit dem Bild einer Monstranz, als Zeichen dafür, dass wir "in ihrem Herzen bleiben wollen und damit sie sich an all diese Jugendlichen erinnern, die an Sie glauben und auf Sie vertrauen".

Nachdem der Papst die Geschenke entgegengenommen hatte, nahm ergriff er erneut das Wort und sagte: "Darf ich euch um einen Gefallen bitten? Betet für mich. Werdet ihr das tun? Gott segne euch und vielen Dank für die schönen Geschenke."

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