Franziskus: Sorge um Schöpfung ist ein neues "Werk der Barmherzigkeit"

Franziskus: Gott hat dem Menschen die Erde zur Sorgfalt und zum Respekt übergeben. Sie auszubeuten ist eine Sünde.
Foto: Liselotte Brunner via Pixabay
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Papst Franziskus hat am heutigen Donnerstag vorgeschlagen, die körperlichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit um die Sorge um die Schöpfung zu erweitern – und den Klimawandel als einen Grund der Massenmigration bezeichnet.

In einer ausführlichen Botschaft zum "Weltgebetstag der Schöpfung", der heute zum zweiten Mal begangen wird, knüpft Franziskus an Stil wie Inhalt seiner Enzyklika Laudato Si an. 

So beginnt die Nachricht mit dem Titel "Die Erde schreit auf..." und führt Fragen des Umweltschutzes und ressourcen-schonendes Verhalten im Alltag zusammen mit dem zweiten großen Thema seines Pontifikates, der Barmherzigkeit.

Die Gewissenserforschung, die Reue und das Bekenntnis gegenüber dem Vater, der reich ist an Barmherzigkeit, führen zu einem festen Vorsatz, das Leben zu ändern. Und dieser muss in Haltungen und konkrete Verhaltensweisen umgesetzt werden, die mehr Achtung gegenüber der Schöpfung zeigen. Dazu gehört zum Beispiel, Plastik und Papier bedachtsamer zu gebrauchen, die Verschwendung von Wasser, Lebensmitteln und elektrischer Energie zu vermeiden, Abfälle zu sortieren, die anderen Lebewesen sorgsam zu behandeln, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen und zu mehreren Personen ein Fahrzeug miteinander zu teilen (...)

In gleicher Weise, so Franziskus, müsse der Vorsatz, das Leben zu ändern, zur Beichte führen, und sich in der Art ausdrücken, wie "wir zum Aufbau der Kultur und der Gesellschaft beitragen, zu der wir gehören. Denn die Pflege der Natur ist Teil eines Lebensstils, der die Fähigkeit zum Zusammenleben und zur Gemeinschaft einschließt".

Wirtschaft und Politik, Gesellschaft und Kultur dürften nicht von einer Mentalität der Kurzfristigkeit und vom Streben nach einem unmittelbaren finanziellen Ertrag oder einem Wahlerfolg beherrscht werden, betonte Franziskus weiter.

Ein konkreter Fall sei die "ökologische Schuld" zwischen dem Norden und dem Süden: "Die Erstattung dieser Schuld würde erfordern, für die Umwelt der ärmeren Länder zu sorgen". 

Franziskus wörtlich: "Ich erlaube mir also, eine Ergänzung der beiden traditionellen Aufzählungen der sieben Werke der Barmherzigkeit vorzuschlagen, indem ich jedem von ihnen die Sorge um das gemeinsame Haus anfüge."

Die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit sind:

  • Hungernde speisen
  • Durstigen zu trinken geben
  • Nackte bekleiden
  • Fremde beherbergen
  • Kranke pflegen
  • Gefangene besuchen
  • Tote in Würde bestatten

Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit sind: 

  • Unwissende lehren
  • Zweiflern raten
  • Trauernde trösten
  • Sünder zur Umkehr ermutigen
  • Unsern Beleidigern verzeihen
  • Lästige ertragen
  • Für die Lebenden und Toten beten

Die Sorge um die Schöpfung bedeute auch, "die Kultur und Gesellschaft zu formen, in der wir leben", so Franziskus. 

Mit Blick auf den Klimawandel schreibt der Papst, dieser trage "auch zu der entsetzlichen Krise der Zwangsmigration bei." 

Die Botschaft endet mit einem Gebet.

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