Im Überblick: Die 4 wichtigsten Meldungen der Woche aus und über die Weltkirche

Dr. Ruth Pfau auf einer Veranstaltung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosenhilfe.
Foto: Maik Meid via Flickr (CC BY-ND 2.0)
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Evangelikale suchen Dialog mit Papst   ***   Stellungnahme zum Glückwunsch-Schreiben an gleichgeschlechtliches Paar   ***   Ermittlung gegen Priester wegen Seenotrettung   ***   "Mutter Teresa" der Leprakranken verstorben

Evangelikale suchen Dialog mit Papst

Im Zuge eines Artikels des Jesuiten-Magazins "La Civilta Cattolica" suchen Vertreter großer Freikirchen der Vereinigten Staaten von Amerika das Gespräch mit Papst Franziskus. In dem Artikel war von einer "Ökumene des Hasses" die Rede. Anstatt jedoch die Fronten zu verhärten, soll ein neuer Dialog zeigen, dass die Einigkeit die Uneinigkeit weit überwiegt.

Johnnie Moore, Aufsichtsratsmitglied der "National Association of Evangelicals" und ehemaliger Präsident der protestantischen Liberty University in Virginia, hat im Namen mehrerer prominenter Vertreter evangelikaler Kirchen um ein Treffen mit Papst Franziskus und Kurienmitgliedern gebeten. Ziel ist es "die andauernde Verfolgung, politische Spaltung und den globalen Konflikt" der Gegenwart gemeinsam zu besprechen und "Bemühungen, Katholiken und Evangelikale zu spalten" entgegenzuwirken.

Stellungnahme zum Glückwunsch-Schreiben an gleichgeschlechtliches Paar

In den vergangenen Tagen hat ein Glückwunsch-Schreiben von Papst Franziskus an ein gleichgeschlechtliches Paar zur Taufe der Kinder für Schlagzeilen gesorgt. Wie es nun aus dem Vatikan heißt, war dieses Schreiben ein Standardschreiben, das viele erhalten, die Papst Franziskus schreiben.

Der Brief sei keine Befürwortung homosexueller Partner- oder Elternschaften. Der Papst habe nicht gewusst, dass das Schreiben an ein gleichgeschlechtliches Paar geht, da es an eine Einzelperson adressiert gewesen sei. Im April veröffentlichten Tony Reis, ein LGBT-Aktivist, und sein Partner David Harrad, auf Facebook, dass sie dem Papst einen Brief geschrieben hätten.

Im Antwortschreiben heißt es, dass Franziskus "mit Anerkennung" den Brief gelesen habe und "seine Gefühle der Wertschätzung ausdrücke. "Papst Franziskus wünscht ihm alles Gute, und ruft für seine Familie die Fülle göttlicher Gnaden auf, damit sie stets und gläubig als Christen leben, als gute Kinder Gottes und der Kirche, und sendet ihnen einen glückverheißenden Apostolischen Segen, und die Bitte, nicht aufzuhören für ihn zu beten."

Papst Franziskus hat im Laufe seines Pontifikates immer wieder die Lehre der Kirche über Ehe und Familie bestätigt und seine Besorgnis über Angriffe auf Ehe und Familie ausgedrückt.

Ermittlung gegen Priester wegen Seenotrettung

In Italien ist ein katholischer Priester ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Gegen den aus Eritrea stammende Pater Mussie Zerai wird wegen möglicher Beihilfe zur Förderung illegaler Einwanderung ermittelt. Seit 20 Jahren setzt er sich für die Rettung von Flüchtlingen in Seenot ein. "Das ist meine Aufgabe als Mensch und als Priester. Was für ein Verbrechen soll das sein?" sagte er selbst zu den Anschuldigungen

Hilferufe die er von den Booten aus erhält leitet er weiter an die Küstenwache von Rom oder Malta und arbeite mit der UNHCR und NGOs wie Ärzte ohne Grenzen zusammen. 2015 wurde er für sein Engagement für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. 2016 erhielt er den Menschenrechtspreis der Stiftung Pro Asyl, nach deren Angaben Zerai mehreren tausend Menschen das Leben rettete.

"Mutter Teresa" der Leprakranken verstorben

Die katholische Ordensfrau und Lepra-Ärztin Ruth Pfau ist verstorben. Im Alter von 87 Jahren starb sie in Pakistan, nach Angaben der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg. "Ruth Pfau hat Hunderttausenden Menschen ein Leben in Würde ermöglicht. Ihr Tod bedeutet für alle, die sie kannten, einen großen Verlust und hinterlässt durch die enge Verbundenheit eine tiefe Trauer" so Harald Meyer-Porzky von der Ruth-Pfau-Stiftung.

Pfau war in seit den 1960er Jahren maßgeblich am Rückgang der Lepra-Erkrankungen in Pakistan beteiligt und hat schätzungsweise 50.000 Menschen von Lepra geheilt, weshalb sie in Pakistan auch "Mutter der Leprakranken" genannt wird. Bis zu ihrem Tod hat sie sich unermüdlich für Menschenrechte, Völkerverständigung und Religionsfreiheit eingesetzt. Sie erhielt unter anderem das deutsche Große Bundesverdienstkreuz, die pakistanische Ehrenbürgerschaft und den höchsten pakistanischen Zivilorden.

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