Junge Muslime in Pakistan prügeln Klassenkameraden zu Tode, weil er Christ ist

Gewalt gegen christliche Schüler ist in Pakistan häufig
Foto: Pixabay (Referenzbild)
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In einer Schule in Pakistan wurde ein christlicher 17-jähriger Schüler von seinen Klassenkameraden so lange gegen den Kopf und den Körper getreten, bis er tot war.

Sharoon Masih starb am 27. August, nachdem er erst vier Tage seine neue Schule im Distrikt Vehari (Provinz Punjab) besucht hatte. Seine Eltern hatten Geld gespart, um ihn auf diese Schule schicken zu können, damit er dann die Möglichkeit einer Hochschulausbildung habe.  

Die Mutter Shaarons, Razia Bibi, hatte die Drohungen der Mitschüler gegenüber ihrem Sohn bereits bemerkt, informierte die Organisation British Pakistani Christians.

"Wenn du am Leben bleiben willst, dann setze dich nicht zu uns", hatten sie zu ihm gesagt.

"Mein Sohn hatte ein gutes Herz, er war arbeitsam und freundlich. Die Lehrer mochten ihn und die Schüler auch, aber er hatte den großen Kummer, aufgrund seines Glaubens die Zielscheibe der Schüler an seiner neuen Schule zu sein", erklärte die Mutter.

Beide weinten jede Nacht, wenn der Junge "die Torturen beschrieb, denen er täglich ausgesetzt war."

Neben abfälligen Bemerkungen, die sie über Sharoon machten, versuchten sie auch, ihn zum Islam zu bekehren; der Junge aber verleugnete seinen Glauben nie.

Sharoon war einer der besten Schüler der Klasse, aber sein Bildungsgrad verstärkte die Geringschätzung seitens seiner Mitschüler nur noch.

Sein Lehrer, Nazir M., versicherte, die Misshandlungen im Klassenzimmer nicht bemerkt zu haben, da er Zeitung las. Dennoch entschied die Schulleitung gegen den Lehrer vorzugehen und entließ ihn aus dem Dienst.

Die Aussagen über den Auslöser des Mordes weichen voneinander ab; der Hauptschuldige ist jedoch Muhammad A., ein junger Mann, der den Mord gestanden hat und bereits von der örtlichen Polizei verhaftet wurde.

Der mutmaßliche Haupttäter hat sich bisher geweigert, die Namen der anderen zu nennen, die am Angriff beteiligt waren.

Sharoons Eltern glauben, dass das Schweigen die Verachtung der Schüler gegenüber den Christen zeige: "Die Kinder, die meinen Sohn hassten, weigern sich, zu offenbaren, wer noch an seiner Ermordung beteiligt war. Doch Gott wird Gericht halten", so Bibi.

Die Mutter des umgebrachten Kindes betonte auch, dass "keine angemessenen Untersuchungen durchgeführt würden." Die Schulleiterin beispielsweise, die nach dem Vorfall suspendiert worden war, arbeite weiterhin an der Schule.

"Der Mord dient nur dazu, uns daran zu erinnern, dass der Hass gegenüber religiösen Minderheiten bei der Mehrheit der Bevölkerung schon in jungen Jahren erzeugt wird, durch kulturelle Normen und einen landesweit beeinflussten Lehrplan", beklagte Wilson Chowdhry, der Vorsitzende von British Pakistani Christians.

"Eine derartige Behandlung ist keineswegs ungewöhnlich", sondern "man rechnet eigentlich damit, dass die Christen während ihrer Jahre im Schulsystem Missbrauch und Gewalt erfahren", fügte er hinzu.

Abschließend sagte Chowdhry, die Regierung Pakistans würde "die beleidigenden Texte im landesweiten Lehrplan nicht entfernen, obwohl die "US Commission on International Religious Freedom" (US-amerikanische Kommission für die internationale Religionsfreiheit) diese als Hindernis für zukünftige Hilfe aus dem Ausland bewertet hat.

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