"Krankenhaus des Papstes": Ehemaliger Präsident und Schatzmeister vor Gericht

Das Kinderkrankenhaus "Bambino Gesu" in Rom
Foto: ACI Prensa
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Über 400.000 Euro aus Stiftungsgeldern sollen sie zweckentfremdet haben: Der ehemalige Präsident, Giuseppe Profiti, und der ehemalige Schatzmeister, Massimo Spina, des "Krankenhaus des Papstes", Bambino Gesu, müssen sich am 18. Juli dafür vor Gericht verantworten.

Das hat das Presse-Amt des Vatikans am heutigen Donnerstag bekanntgegeben.  

"Zwischen November 2013 und Ende Mai 2014", so die Anklage, sollen die beiden die Summe von 422.005,16 Euro aus der Stiftung des Kinderkrankenhauses an einen Unternehmer gezahlt haben. Dieser soll mit dem Geld die Wohnung renoviert haben, in der Kardinal Tarcisio Bertone wohnt.

Seit 2016, so der Vatikan weiter, werde der Fall untersucht. Das Kinderkrankenhaus war kürzlich in die Schlagzeilen gekommen, nachdem die Nachrichtenagentur "Associated Press" (AP) eine Untersuchung der Verwaltung veröffentlichte, die von 2008 bis 2015 die Leitung innehatte.

Während dieser Zeit, so AP, habe das Krankenhaus seinen Fokus weg von der Pflege der Patienten gelenkt, um Profit zu machen. Präsident Profiti und Schatzmeister Spina waren bereits 2014 Teil einer Untersuchung des Vatikans geworden, nachdem es mehrere Beschwerden über Bambino Gesu gab.

Dabei stellte sich heraus, dass das Krankenhaus medizinische Vorschriften nicht eingehalten hatte, und dabei sogar ein höheres Infektionsrisiko von Patienten und Mitarbeitern in Kauf genomen hatte. Der Skandal hatte zu weitreichenden Änderungen geführt, und eine Nachfolge-Prüfung im Jahr 2015 stellte fest, dass viele der Mängel behoben worden waren. 

Das 1869 gegründete Bambino Gesu ist das erste Kinderkrankenhaus Italiens und gehört seit 1924 zum Heiligen Stuhl. 

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