Messer an der Kehle: Priester in Mexiko beim Feiern der Messe angegriffen

Die Kathedrale von Mexiko-Stadt
Foto: Wikipedia/Francisco Diez
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Während der Feier der heiligen Messe wurde ein Priester in Mexiko niedergestochen - mittlerweile befindet er sich jedoch nach Kirchen-Angaben in einem "stabilen Zustand".

Das Informationssystem der Erzdiözese von Mexiko (SIAME) teilte mit, dass Pater José Miguel Machorro nach einem Angriff am Ende einer Messfeier in der Primatialkirche von Mexiko "stabil" sei.

Ein Mann, den die mexikanische Presse als John R. identifiziert hat und der nach Angaben der Behörden 28 Jahre alt ist, hatte am 15. Mai nach 18.40 Uhr am Ende der Messe auf Pater Machorro eingestochen.

Der Angreifer versuchte, dem Priester die Kehle aufzuschlitzen und verletzte ihn an der rechten Seite des Halses.

SIAME informierte unter Berufung auf einen medizinischen Bericht, dass der Priester einen "Riss mit schweren Blutungen an der Drosselvene des Halses erlitt. Er bekam eine Transfusion und die Wunden an den Gefäßen wurde operiert. Ebenso fand man eine Verletzung im Brustfell und an der rechten Lunge, mit Hämopneumothorax. Sorgen bereite auch eine mögliche Verletzung an der Halswirbelsäule, die untersucht werden wird, sobald der Patient stabiler sein wird".

Pater Ricardo Valenzuela, der Mesner der Kathedrale, sagte auf einer Pressekonferenz am Abend des 15. Mai, dass die Heiligen Messen weiterhin zu den üblichen Zeiten zelebriert werden.

Frage der Sicherheitsmaßnahmen

Der Präsident der Vereinigung der katholischen Anwälte Mexikos, Armando Martinez Gomez, erklärte gegenüber der örtlichen Presse, dass die Sicherheitsmaßnahmen in der Kathedrale "vor allem zum Schutz der Gläubigen" entwickelt worden waren, es gebe "keine besonderen  Sicherheitsmaßnahmen für Priester, weil es sich letztlich um eine Frage von Treuw und Glauben handle."

Allerdings wurde nach dem Angriff auf den Priester "sofort das Protokoll umgesetzt und der Täter festgenommen", so der Anwalt. 

Martinez Gomez erinnerte daran, dass "wir provokatives Verhalten nur gegen die Person von Kardinal Norberto Rivera, Erzbischof von Mexiko, kannten". "Daher haben wir vermehrt auf die Sicherheit des Kardinals geachtet", sagte er.

Keinerlei Hinweis auf islamistische Motivation

In einem Gespräch mit ForoTV, gab Edmundo Garrido, Bevollmächtigter der zentralen Vorermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft, bekannt, dass laut Angaben der Zeugen, die befragt worden waren, "der Mann sich dem Priester von hinten genähert und ihm mit einem Klappmesser eine Verletzung an der rechten Seite des Halses zugefügt hatte. Der Priester wurde ohnmächtig und der Angreifer versuchte zu fliehen, wurde aber festgehalten."

"Wie uns mitgeteilt wurde, befindet Pater Machorro sich in einem kritischen, aber stabilen, Zustand. Er liegt auf der Intensivstation",  sagte er und erklärte, die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt habe Ermittlungen wegen versuchten Mordes eingeleitet.

Der Angreifer verweigert bislang die Aussage.

"Das einzige, was er gesagt hat, war, dass er ein amerikanischer Künstler sei. Mit dieser Angabe haben wir uns an die amerikanische Botschaft gewandt und gebeten, uns weitere diesbezügliche Informationen zu geben. In den sozialen Netzwerken war durchgesickert, dass er erklärt hätte, er würde ursprünglich französische Staatsangehörigkeit besitzen. Daher haben wir auch Informationen von der französischen Botschaft angefordert.

Der Name, den der Angreifer bei den Behörden genannt hatte, war falsch gewesen, denn "zu keiner Zeit habe eine Person mit diesem Namen das Land betreten oder verlassen" erläuterte er.

Garrido teilte auch mit, dass der Täter "sich nicht alle Proben abnehmen hatte lassen" der Amtsarzt aber informiert hätte, "es gäbe keine Anzeichen, dass irgendeinen toxische Substanz auf seine Handlungsweise Einfluss gehabt hätte. Auch wäre er nicht betrunken gewesen."

Gestern Abend wurde er einer psychiatrischen Untersuchung unterzogen.

In Mexiko zirkulieren völlig unbestätigte Gerüchte, dass der Angreifer Parolen extremistischer muslimischer Gruppierungen verwendet habe. Dazu sagte Garrido, dass "er nach Angaben der Zeugen kein einziges Wort gesagt hat."

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