Papst in Cartagena: "Seid demütig im Dienst an Euren bedürftigen Geschwistern"

Papst Franziskus verehrt das Gnadenbild Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz von Chquinquirá in der Kathedrale von Bogotà am 7. September 2017
Foto: José Miguel Gómez / Conferencia Episcopal Colombiana
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Unsere Liebe Frau von Chiquinquirá, die Schutzpatronin Kolumbiens, ist ein Vorbild für die Demut, mit der Christen einander dienen sollten.

Das sagte Papst Franziskus am heutigen Sonntag in seinem Angelusgebet in Cartagena. 

"Der Herr lehrt uns durch das Vorbild der Armen, der Bescheidenen, die Gottes Gegenwart kontemplativ betrachten und denen das Geheimnis der Liebe Gottes am deutlichsten offenbart wird".

Das auch als Angelus bekannte Gebet des Engels des Herrn – das traditionelle Mittagsgebet der katholischen Gläubigen – ruft die Fleischwerdung des Wortes in Erinnerung: Darauf verwies der Papst mit Blick auf die Gestalt des Gnadenbilds Marias in Unserer Lieben Frau von Chiquinqirá und dessen Geschichte.

Die – nach jahrelanger schlechter Unterbringung – schwer beschädigte Darstellung Unserer lieben Frau vom Rosenkranz verblieb 1577 in einer verlassenen Kapelle. Dort fand sie eine fromme Frau aus dem spanischen Sevilla namens Maria Ramos, acht Jahre später. Sie rettete das Bild.

Der Tradition zufolge wurde das Gemälde am 26. Dezember 1586 durch ein Wunder repariert: Die Kratzer und Löcher im Kunstwerk schlossen sich, und wurden mit Farbe und Licht überzogen.

Daran – und die Rolle von Maria Ramos insbesondere –erinnerte Papst Franziskus am heutigen Sonntag in Cartagena in der Kirche des Heiligen Petrus Claver. Es war einer der letzten Termine seiner Reise nach Kolumbien.

Der Heilige Petrus Claver, der unter dem Altar der nach ihm benannten Kirche ruht, war das zweite Vorbild, dass der Papst den Gläubigen ans Herz legte. Dieser habe sich um Hunderttausende gekümmert, und dann die letzten Jahre seines Lebens krank und isoliert in einer schelchten Unterkunft verbracht. Er sei ein Zeuge des Umgangs mit den schwarzafrikanischen Sklaven gewesen, die nach Cartagena gebracht wurden. 

Auch heute werden Millionen Menschen als Sklaven verkauft, erinnerte der Papst die Gläubigen. 

"Maria de Chiquinquirá und Petrus Claver laden uns ein, uns für die Würde unserer Brüder und Schwestern einzusetzen, vor allem die Armen und die von der Gesellschaft ausgeschlossenen".

Nach dem Angelus versicherte der Papst die Anwesenden seines Gebets für die Länder Lateinamerikas, besonders Venezuela, drückte seine Nähe zu diesem Land aus und den Menschen, die aus Venezuela nach Kolumbien geflohen sind. 

"Ich appelliere für die Ablehnung aller Gewalt im politischen Leben und für eine Lösung der aktuellen schweren Krise, die alle betrifft, besonders die ärmsten und benachteiligsten Menschen", sagte er.

Vor dem Gebet segnete der Papst die Grundsteine zweier Obdachlosenunterkünfte und besuchte eine Frau, die täglich Bedürftige versorgt.

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