"Freue dich, denn dein Leben birgt einen Keim der Auferstehung": Osterpredigt des Papstes

Ostervigil mit Papst Franziskus am 15. April 2017.
Foto: CNA/Daniel Ibanez
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In der Feier zur Osternacht hat Papst Franziskus darüber gepredigt, was Maria und Maria Magdalena den Christen auch heute noch lehren: Beim Herrn auszuharren, sich durch seine Auferstehung zur Umkehr bewegen zu lassen, und seine Frohe Botschaft zu verkünden. Denn wenn wir dies nicht zulassen, "sind wir keine Christen", so Franziskus wörtlich.

Der Papst nahm die Stelle aus dem Matthäus-Evangelium zum Auslöser seiner Überlegungen: "Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen" (Mt 28,1).

"Wir können uns jene Schritte vorstellen", predigte der Papst im Petersdom. Es seien die Schritte von Menschen gewesen, die zum Friedhof gehen: traurig, mit tränenfeuchtem Gesicht.  

Maria Magdalena und Maria hätten aber auch ausgehalten; unterm Kreuz und beim Begräbnis: "zwei Frauen, die fähig waren, nicht davon zu laufen, sondern auszuhalten, die fähig waren, sich dem Leben zu stellen, so wie es ist, und den Bittergeschmack des Unrechts zu ertragen", so Franziskus.

"Wir sehen, wie sich in ihnen die Gesichter all jener widerspiegeln, die in der Gesellschaft den Schmerz des Elends, der Ausbeutung und des Menschenhandels spüren", so der Papst. Sie spiegelten Menschen ohne Heim und Familie; einsame und verwahrloste, alte und die Opfer von Korruption.

Doch wisse das Herz eines jeden Menschen, "dass die Dinge anders sein können, doch gleichsam ohne es zu merken gewöhnen wir uns daran, mit dem Grab zu leben und mit der Enttäuschung", so Franziskus. "Mehr noch, wir gehen sogar so weit, uns einzureden, dass dies das Gesetz des Lebens ist".

Die Auferstehung des Herrn jedoch erschüttert die Resignation, so Franziskus.

"Plötzlich erhielten die Frauen einen starken Stoß, etwas oder jemand ließ den Boden unter ihren Füßen erbeben. Weiter kommt ihnen jemand entgegen und sagt: Fürchtet euch nicht!, doch diesmal mit dem Zusatz: Er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Und das ist die Botschaft, die uns diese heilige Nacht von Generation zu Generation schenkt: Fürchten wir uns nicht, Brüder und Schwestern, er ist auferstanden, wie er gesagt hat!"

Der Herzschlag des Auferstandenen bietet sich als Gabe, als Geschenk, als Horizont dar, so der Papst. Der Herzschlag des Auferstandenen werden den Christen geschenkt, "damit wir ihn, wie von uns verlangt wird, unsererseits als verwandelnde Kraft und Ferment einer neuen Menschheit weiterschenken".

Durch seine Auferstehung habe Christus nicht nur den Stein des Grabes umgekippt: "Einmal mehr kommt uns Gott entgegen, um eine neue Zeit, die Zeit der Barmherzigkeit festzulegen und zu festigen", predigte der Pontifex.

Dies sei die seit jeher bestimmte Verheißung, die Überraschung Gottes für sein treues Volk:

"Freue dich, denn dein Leben birgt einen Keim der Auferstehung, ein Angebot des Lebens, das auf das Wiedererwachen wartet. Und das ist es, was zu verkünden uns diese Nacht ruft: den Herzschlag des Auferstanden – Christus lebt!"

Das habe auch den Schritt der Maria aus Magdala und der anderen Maria verändert, so Franziskus: "Das lässt sie hastig wieder aufbrechen und zu den Jüngern eilen, um die Botschaft zu verkünden (vgl. Mt 28,8); das bringt sie dazu, auf dem Absatz kehrtzumachen und einen Blickwechsel zu vollziehen".

Zulassen, vom Heiligen Geist geführt zu werden

Gehen wir mit ihnen, um die Nachricht zu verkünden, gehen wir ... zu all den Orten, wo der Tod die einzige Lösung und das Grab das letzte Wort zu haben schien.

Gehen wir, um zu verkünden, um mitzuteilen und zu offenbaren, dass es wahr ist: Der Herr lebt. Er lebt und will in vielen Gesichtern auferstehen, welche die Hoffnung begraben haben, die Träume, die Würde.

Tatsächlich, mahnte Franziskus: "Und wenn wir nicht fähig sind zuzulassen, dass der Heilige Geist uns auf diese Straße führt, dann sind wir keine Christen".

Mit einer Ermutigung schloss er:

"Gehen wir und lassen wir uns von diesem Morgengrauen, das anders ist, überraschen, lassen wir uns von der Neuheit überraschen, die allein Christus geben kann. Lassen wir zu, dass seine Zärtlichkeit und seine Liebe unsere Schritte in Bewegung versetzen, dass sein Herzschlag unseren schwachen Herzschlag verwandle."

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