US-Außenministerium erkennt Völkermord durch den IS in Bericht zu Religionsfreiheit an

Das Weiße Haus
Foto: Orhan Cam / Shutterstock
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Befürworter der Religionsfreiheit haben begrüßt, dass das US-Außenministerium in seinem jährlichen Bericht zur Religionsfreiheit den Völkermord an Christen durch den Islamischen Staat (IS) anerkennt. 

Das Durchsetzen des Menschenrechts auf Religionsfreiheit ist eines der außenpolitischen Ziele der USA. Im Außenministerium fungiert dafür seit 1998 eine eigene Abteilung, die jedes Jahr einen Bericht über die Lage der Religionsfreiheit vorlegt.

"Während wir Fortschritte dabei erzielen, den IS niederzuschlagen und ihm sein Kalifat zu verwehren, verübten – und verüben weiterhin – dessen terroristische Mitglieder Vergewaltigung, Entführung, Versklavung, und sogar Tötung religiöser und ethnischer Gruppen", so Außenminister Rex Tillerson. 

Eine juristische Prüfung der vorliegenden Fakten führe zu dem Schluss, dass der IS offensichtlich verantwortlich sei für den Völkermord gegen Jesiden, Christen und Schiiten im von ihm kontrollierten Gebieten.

"Der IS ist auch verantwortlich für Vebrechen gegen die Menschheit, ethnische Säuberungsaktionen gegen diese Gruppen, und in manchen Fällen gegen sunnitische Muslime, Kurden und andere Minderheiten", so der Bericht zum Jahr 2016.

Im März 2016 sagte John Kerry, der damalige US-Außenminister der Regierung von Barack Obama: "Meiner Einschätzung nach ist Daesh [ein anderer Begriff für den IS] verantwortlich für den Völkermord gegen Gemeinden in von ihm beherrschten Gebieten, einschließlich Jesiden, Christen und Schiiten".

Der IS eroberte im Jahr 2014 weite Teile des Irak und Syriens. Religiöse und ethnische Minderheiten unter seiner Herrschaft wurden gezwungen, zum Islam überzutreten, ihre Heimat zu verlassen, oder zu sterben.

Mehrere Berichte dokumentierten Massenmorde der Islamisten an Christen, Jesiden, Schiiten und anderen sowie die Versklavung von Frauen und Kindern. Die Organisationen "Knights of Columbus" und "In Defense of Christians" ließen gemeinsam eine ausführliche Studie fertigen, welche die Gräueltaten des IS an Christen dokumentierte.

Mit der Vertreibung des IS aus den Städten des Nordirak sind Einwohner nach und nach zurück in ihre Heimat gekehrt – und fanden ihre Häuser in der Regel mit zerstört, ihre Kirchen geschändet vor. Oft wurden Hassparolen geschmiert, Einrichtungen mutwillig beschädigt.

Der IS und seine Verbündeten macht nicht nur im Irak und Syrien Jagd auf Christen, betonte Außenminister Tillerson. Kämpfer des IS hätten auch in Ägypten gezielt Christen attackiert.

Der Schutz dieser Gruppen – und anderer, die Opfer gewalttätiger Extremisten sind – sei eine dringendes Menschrechtsproblem, und eine Priorität für die Regierung Trump, so Tillerson.

Die Direktorin des Zentrums für Religionsfreiheit am Washingtoner "Hudson Institute", Nina Shea, begrüßte das Statement Tillersons. Es sei eine noch entschiedenere Anerkennung des Völkermords als die der vorherigen Regierung.

Minister Tillerson habe "deutlich klargestellt, dass der IS 'den besonderen Vorsatz' hat, die christliche Gemeinschaft und zwei weitere Minderheiten zu vernichten", so Shea.

Der Bericht zur Lage der Religionsfreiheit schildert auch die Verfolgung von Minderheiten im Iran, Saudi Arabien, Türkei, China, Pakistan, Sudan und Bahrain.

Übersetzt aus dem Englischen

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