Vatikanische Sternwarte: Forschungen zum Urknall

Poster zur Konferenz
Foto: Vatikanische Sternwarte
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Was würde passieren, wenn ich in ein Schwarzes Loch fallen sollte? Was ist das letzte Schicksal des Weltalls? Was geschah in den ersten Augenblicken des Urknalls?

Diese und andere Fragen stehen im Zentrum der Gespräche der Konferenz "Schwarze Löcher, Gravitationswellen und Raumzeitsingularitäten".

Die wissenschaftliche Debatte findet vom 9. bis 12. Mai 2017 in der Vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo statt. Berühmte Wissenschaftler werden daran teilnehmen, wie beispielsweise der Physiknobelpreisträger von 1999 Gerard´t Hooft, Roger Penrose und die Kosmologen George Ellis, Andrei Linde und Joe Silk.

Die Konferenz will sich vor allem der Figur Monsignore George Lemaîtres widmen, der vor 50 Jahren starb, und seines wissenschaftlichen Erbes gedenken.

Lemaître war von 1960 bis 1966 Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Kardinal Mercier, Erzbischof von Mecheln, der zu seiner Zeit versuchte, die priesterliche Spiritualität zu fördern und zu erneuern, weihte ihn zum Priester und Lemaître trat in die von ihm gegründete Priesterbruderschaft der Freunde Jesu ein.

Der glühende Priester war auch ein fantastischer Kosmologe und gilt als einer der Begründer, eigentlich als der Begründer der Urknalltheorie.

Seine Theorie des Uratoms, die später als Big-Bang-Theorie in die Geschichte eingeht, war der Grund seiner Berühmtheit.

Er hatte, durch seine Ideen zur Expansion des Universums aus dem Jahr 1927, verstanden, dass das Universum sich – wenn man in der Zeit zurückgeht -  ursprünglich in einem Zustand erhöhter energetischer Dichte befunden hatte. Seine Hypothese war, dass dieser einem Uratom gleich sein musste, aus dem alles entstand.

"Einer der Zwecke der Konferenz wird es sein, eine gewinnbringende Interaktion zwischen den Teilnehmern zu fördern, die sowohl aus dem Bereich der theoretischen Kosmologie als aus jenem der beobachtenden Kosmologie kommen. Ebenso will man ein Klima schaffen, das das Entstehen neuer Ideen und Ausrichtungen in der zeitgenössischen kosmologischen Forschung begünstigt. Die jüngsten Entdeckungen zu den Gravitationswellen haben in der Tat ein neues Szenarium für unsere Sicht des Universums eröffnet und neue Spekulationen über die wahre Natur der Singularitäten in der Raumzeit angeregt."

Pater Gabriele Gionti, Kosmologe der Vatikanischen Sternwarte, sagte bei der Pressekonferenz des Presseamtes des Heiligen Stuhls:

"Ich kann Monsignore Lemaître und seine Entdeckung gar nicht genug bekanntmachen. Er war wirklich außergewöhnlich. Er war einer der ersten, der bewiesen hatte, dass die Lösung der Ereignishorizonte, das Schwarze Loch, keine Singularität enthält. Und er war auch einer der ersten, der verstanden hatte, dass die kosmologische Konstante negativen Druck besitzt. Es ist also eine wissenschaftliche Konferenz, um ihm die geschuldete Ehre zu erweisen. Diese Konferenz soll ein Moment sein, in dem Wissenschaftler aus aller Welt über Themen der modernen Kosmologie diskutieren."

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