Vier Schlüssel, um das Leid in Vereinigung mit der Passion Christi zu verstehen

Was ist der Sinn des Leidens?
Foto: Pixabay
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Die Beziehung zwischen dem Leiden unseres Herrn und dem menschlichen Leid zu verstehen: Dazu hat  am Palmsonntag der Erzbischof und Primas von Mexiko, Kardinal Norbert Rivera, einige Schlüssel angeboten.

Das sind die vier Lektionen, die den Sinn des Kreuzes im eigenen Leben zu verstehen helfen:

1. Christus reicht dir im Leid immer die Hand

In der heiligen Messe vom 9. April sagte Kardinal Rivera, dass die "Tragödie" des Leidens Christi "höchsten Wert und Bedeutung habe", denn in bestimmten Momenten unseres Lebens "trifft uns der Schmerz, das Leid und die Verzweiflung."

"Wir brauchen keine Theorie, kein Konzept, sondern jemanden, der uns die Hand reicht, um mit dieser Situation des Schmerzes und des Leidens zurechtzukommen. Deshalb will Christus, dass wir ihn als Gefährten annehmen, er will, dass wir ihn in unser Leben aufnehmen".

Der kirchliche Würdenträger versicherte, dass die Passion der "wichtigste Kern des Evangeliums" sei, weil er uns "die größte Liebe, die wir je erfahren haben" entdecken lässt und weil "es diese Liebe sein wird, die uns dazu bringen kann, die leidvollen Situationen, in denen wir uns manchmal befinden und die jeder irgendwann durchlebt, zu bestehen."

2. Christus hilft uns, den Sinn des Leids zu finden

Der Erzbischof von Mexiko berichtete vom Fall eines Jugendlichen, den er kennengelernt hatte, als er Seelsorger einer Jugendgruppe war. Dieser Junge wurde von einer Kugel getroffen und war daraufhin gelähmt.

Als er ihn eines Tages besuchte, bekannte ihm der Junge, dass er glücklich sei: "Ich hatte den Sinn des Lebens nicht verstanden. Ich ging von einer Party zur anderen, von einer Sünde zur anderen, aber nichts brachte mir Befriedigung; jetzt habe ich den Sinn meines Lebens gefunden."
Der Kardinal sagte, dass eine solche Geschichte "absurd erscheinen mag" und doch kann Jesus jeden Menschen dazu bringen, den Sinn des Leidens zu finden.

"Christus will uns nicht nur dazu einladen, das zu betrachten, was vor 2000 Jahren geschehen ist; Christus will uns dahin führen, sein Leiden zu leben, dieses Leiden, das kein abgeschlossener Fall ist, kein beendeter Prozess, kein eingestelltes Verfahren."

3. Christus setzt sein Leiden in jedem Mitglied der Kirche fort

Kardinal Rivera erklärte, dass "Christus weiterhin leidet, in jedem seiner Glieder."

"Die Passion Christi kommt in so vielen unserer Brüder zur Vollendung, die Hunger leiden, ungerecht verfolgt werden, im Gefängnis sind oder aufgrund irgendeines anderen ´Schmerzes´ oder einer Widrigkeit leiden."

4. Christus wird durch die Gleichgültigkeit des Menschen gekreuzigt.

Der Erzbischof erläuterte, dass es gefährlich sein könne, das Leiden anzusehen wie jemand, der aus der Ferne einer Aufführung zuschaut.

"Wir können in die Rolle jener schlüpfen, die Jesus ans Kreuz gebracht haben, seine Qual verursacht haben – durch unsere Entscheidungen, unsere Gesinnung, unser Verhalten gegenüber den Brüdern und Schwestern, durch gottlose Entschlüsse; wir können es sein, die Jesus erneut das Leid des Kreuzes bringen".

Wir können auch enden, wie jener "der sich die Hände wäscht, wie jener, der einfach aus Schwäche bestimmte Entscheidungen trifft, oder wie einer, der sich angesichts eines Jesus, der vor uns leidend, vefolgt und gekreuzigt steht, nicht entscheidet", fügte er hinzu.

Am Ende sagte Kardinal Rivera, dass "die Passion Jesu uns bereit machen soll, dem Schmerz und dem Leid in Gemeinschaft mit Ihm zu begegnen, der den tiefsten Schmerz erlitten und die schrecklichste Situation angenommen hat, die je ein Mensch erlebt hat, oder der, wie wir sagen "in die Hölle hinabgestiegen ist."

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