Warum der Tag des heiligen Dominikus nicht der größte Feiertag der Dominikaner ist

Sankt Dominik in einer Darstellung von Fra Angelico.
Foto: Gemeinfrei
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Am heutigen Dienstag gedenkt die Kirche des heiligen Dominikus, einem Priester des 13. Jahrhunderts, der dafür bekannt ist, den meist als Dominikaner bezeichneten Ordo Praedicatorum gegründet und den Rosenkranz verbreitet zu haben.

Überraschenderweise machen aber die Dominikaner kein großes Aufsehen um den Festtag ihres Gründers am 8. August.

"Sicherlich ist es ein Festtag für uns", so der Dominikanerpater Angelo Giuseppe Urru gegenüber CNA. Aber es sei keineswegs der wichtigste.

Andächtiger, erklärt Pater Urru, feiert der Orden der Prediger jedoch das Hochfest der Übertragung der Gebeine des Heiligen. 

Dieser ungewöhnliche Feiertag gedenkt der Überführung der Gebeine des Heiligen aus ihrem ursprünglichen Grab hinter dem Altar in der Kirche von San Nicolo delle Vigne in Bologna an einen prominenteren Ort im Gotteshaus im Jahre 1233.

Für viele Provinzen des Ordens ist dieser Tag ein großer Feiertag, so Pater Urru. 

Die Überführung der Gebeine geschah ungefähr ein Jahr vor der Heiligsprechung am 13. Juli 1234, nur 13 Jahre nach dem Tode Dominikus', auf Bitten von Papst Gregor IX.

Wie der selige Jordan von Sachsen, einer der ersten Oberen der Dominikaner, in einem Brief verzeichnet, waren die Ordensbrüder in großer Sorge, als der Holzsarg aus der steinernen Gruft geborgen wurde. Sie befürchteten, dass der Leichnam übel riechen würde, da er in einer schlecht gebauten Grabesstätte der Feuchtigkeit und Hitze ausgesetzt gewesen war.

Doch zu ihrer großen Überraschung stieg ein wunderbarer, süßer Duft aus dem Sarg bei dessen Öffnung auf.

Wie der selige Jordan beschreibt, erstaunte der Wohlgeruch die Anwesenden, und ergriff sie. Freudetränen flossen, und Furcht und Hoffnung stieg in den Herzen auf.

Der Duft verweilte bei denen, die den Leichnam mit der Hand oder einem Gegenstand berührten, noch eine Weile – der gelehrte und selige Nachfolger des Dominikus vergleicht ihn mit dem Bonum Odor Christi, dem Wohlgeruch des Heilands

Bis zum Jahr 1240 war die Kirche, in der die Überreste des Ordensgründers ruhen, zu einer Basilika erweitert worden, die seither seinen Namen trägt.

Jedes Jahr feiern nun dominikanische Brüder, Schwestern und Laien in aller Welt den Heiligen am 24. Mai.

In der Mutterkirche des Ordens in Rom, der Basilika der Heiligen Sabine, wird eine Messe gefeiert. 

Der Tradition nach zelebriert ein Priester des Franziskanerordens die Eucharistiefeier und hält dabei auch die Predigt. Nach dem Messopfer hält eine Prozession von Brüdern an der ersten Seitenkapelle, in der das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt wird, um O Lumen zu singen, die Antiphon zu Ehren des heiligen Dominikus

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Außerhalb der Gruft mit dem Körper des Heiligen in der Basilika in Bologna gibt es wenige Reliquien Dominiks. 

Eine Reliquie, ein Schädelfragment, ist in Rom in der Kirche der Muttergottes vom Rosenkranz, Santa Maria del Rosario, aufbewahrt. Das Gotteshaus ist Teil des Dominikanerklosters auf dem Monte Mario, dem höchsten Hügel Roms.

Wie diese Reliquie in das Kloster kam, wisse er nicht, so Pater Urru gegenüber CNA, aber ursprünglich hätten sie Studenten in Bologna gestohlen, um sie in ihrer eigenen Kapelle zu haben. 

"Da ist auch noch das Brevier des heiligen Dominikus, ein kleines Brevier", so der Ordensmann weiter.

Mit einem internationalen Treffen in Rom begingen die Dominikaner vom 17. bis 21. Januar 2016 ihr 800-jähriges Jubiläum.

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Pater Urru ist dankbar für den Segen der Berufungen, ohne diese wäre die Arbeit nicht fortzusetzen, sagt der Geistliche.

Tatsächlich sind zwar einige Ordensprovinzen sehr klein, doch viele wachsen und sind sehr stark, betont Pater Urru, etwa in Vietnam und Afrika; aber auch die Vereinigten Staaten erlebe eine gute Anzahl neuer Berufungen.

Weltweit gebe es im Orden viele Initiativen, in denen weiterhin genauso hart gearbeitet werde wie vor 800 Jahren.  

Letzten Endes, so der Dominikaner, liege die Zukunft des Ordens freilich "in Gottes Händen".

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