Wie soll sich ein katholischer Bischof auf Twitter verhalten?

Konto anlegen und los geht's?
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Die katholische Kirche mag tausende Jahre alt sein. Ihre Bischöfe passen sich jedoch zunehmend den Kommunikationsbedürfnissen des 21. Jahrhunderts an.

Um die moderne Welt effektiv evangelisieren zu können, so eine Gruppe Bischöfe, müssen Katholiken, besonders Priester und Bischöfe, sich online einbringen – aber auf die richtige Weise.

Am wichtigsten dabei, so der texanische Bischof Daniel Flores: Mit Christus online zu gehen. 

"Wenn wir nicht über das Evangelium reden und darüber, was Jesus heute sagte, dann ist alles andere einfach polemisch, und unsere jungen Menschen sind der Polemik müde", sagte er während einer Podiumsdiskussion.

Was junge Menschen wissen wollen, ist, was Jesus zu verschiedenen Themen zu sagen hat, die online diskutiert werden.

"Tatsächlich denke ich, dass wir eigentlich verpflichtet sind, Soziale Medien zu heiligen", sagte der Bischof.

Das Thema beschäftigt Würdenträger in den USA wie in Europa: Bischof Flores sprach bei der Pressekonferenz der Zusammenkunft katholischer Entscheidungsträger, der "Convocation of Catholic Leaders: The Joy of Gospel in America". Weitere Diskussionsteilnehmer waren Washingtons Kardinal Donald Wuerl, Atlantas Erzbischof Wilton Daniel Gregory, und Professor Hoffman Ospino vom Boston College. 

Über die Möglichkeiten, mithilfe digitaler Medien zu evangelisieren, sprach auch das Mitglied des Kommunikationssekretariats des Vatikans, Kim Daniels. In ihrer Rede sagte sie, dass das Apostolat in den Sozialen Medien in gewisser Weise an der "Peripherie" stattfinde:

"Es ist klar, dass wir Leute erreichen müssen, wo sie sind, und der Ort, an dem sich Menschen heute aufhalten sind die Sozialen Medien, auf ihren mobilen Endgeräten".

 Die Kirche habe Jahrtausende an Kommunikationserfahrung und wisse, wie man Menschen zusammenbringt. Dies könne auch auf den digitalen Raum übertragen werden. 

Als Beispiel dafür verwies Daniels auf Papst Franziskus. Dieser sei ein "außergewöhnlicher Kommunikator". 

Bischof Flores stimmte zu, dass es darum gehe, nicht gefällig zu wirken, sondern Christus zu bringen. "Eine Sache tweete ich täglich, und das ist das Evangelium vom Tage", sagte der Texaner. 

"Wenn es etwas gibt, was Leute über den Bischof wissen sollten, dann ist es, dass er morgens als erstes darüber spricht, was Jesus im Evangelium sagt, denn das ist der Kontext, in dem wir reden müssen".

"Täglich das Evangelium zu kommentieren wird vielleicht nicht viele 'Follower' einbringen, aber es hat eine Wirkung."

Das sei natürlich nur der Anfang. "Ich habe mit meinem Twitter-Konto mehr Spaß, als ich eigentlich haben sollte", lachte Bischof Flores, der sich auch in der Jugendarbeit – etwa mit Firmgruppen – der Sozialen Medien bedient: Es gehe darum, auch junge Katholiken zu ermutigen, in den Sozialen Medien Zeugnis abzulegen.

Dies sei für die Kirche noch sehr ungewöhnlich, betonte Dr. Ospino vom Boston College. In der Regel klaffe eine große Lücke zwischen jungen Katholiken, die in den Sozialen Medien heimisch sind, und Kirchenvertretern älteren Semesters, "die höchstwahrscheinlich nicht Tag und Nacht tweeten". 

Gleichzeitig waren sich alle Vertreter einig, dass die digitalen Möglichkeiten auch begrenzt sind, was die Erfüllung des christlichen Auftrags betrifft. Menschen zu heiligen und bekehren, geht nicht ohne Sakramente, wie etwa die Eucharistiefeier und die Beichte, sowie das persönliche Gebet.