"Wir wollen Frieden": Kinder Syriens appellieren an die EU und Vereinten Nationen

Selwanos Boutros Alnemeh
Foto: (C) Pax Press Agency, SARL, Geneva
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Auf den ersten Blick wirkte es wie der Besuch der Sterndeuter - der drei Weisen - bei den Vereinten Nationen in Genf. Diese drei weisen Männer jedoch kamen im Namen syrischer Patriarchen - und ihre Gaben waren Zeichnungen und Briefe syrischer Kinder, die dazu aufrufen, den Krieg zu beenden.

"Zusammen mit dem Hilfswerk Kirche In Not konnten wir etwa 1,2 Millionen Zeichnungen und andere Friedens-Appelle der Kinder Syriens sammeln. Christen und Moslems gemeinsam, aus den verschiedensten Schulen, christlichen, muslimischen und gemischten", sagte der Patriarch von Antiochien und des Ganzen Ostens und Alexandria und Jerusalem, Gregorius III.

Das spirituelle Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche fuhr fort: "Diese Kinder sind am meisten gefährdet. Wir sind die Stimme der Opfer und der Leidtragenden. Das ist der Auftrag der Kirche: Diener aller zu sein, aber auch die Stimme der Kirche zu Gehör zu bringen, für den Frieden, für Hilfe, für Liebe, zur Versöhnung überall auf der Welt. Aus diesem Grund durften wir in Brüssel und hier in Genf 11 verschiedene Personen treffen."

Die drei "Botschafter der Kinder" reisten vom 10. bis 13. Oktober zusammen nach Brüssel und Genf um hochrangigen Vertretern der Europäischen Union und der Vereinten Nationen die Bilder und Briefe der Kinder zu überreichen. Unter anderem trafen die Kirchenvertreter den Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean Claude Juncker und den Präsidenten des Europaparlaments, Martin Schulz. In Genf überbrachten sie die Botschaften der Kinder dem Hohen Flüchtlingskommissar, Filippo Grandi und dem Hohen Menschenrechtskommissar, Prinz Al-Hussein.

"Es war wirklich eine sehr schöne Erfahrung für uns alle, diese hochgestellten Menschen in Brüssel und Genf zu treffen", sagte Georges Abou Zakhem, Metropolit der antiochischen griechisch-orthodoxen Erzdiözese Homs. "Wir vertrauen auf ihre Weisheit. Und wir denken, dass sie, wenn sie zusammenarbeiten, uns helfen können, diesen zerstörerischen Krieg zu beenden. Das haben sie uns mitgegeben: die Hoffnung auf die Zukunft."

Eine Woche zuvor hatte der Sonderbevollmächtigte der Vereinten Nationen für Syrien Staffan de Mistura, Sonderbevollmächtigter der Vereinten Nationen für die Syrienkrise, syrischen Rebellen und Terroristen ein mutiges Angebot gemacht : "Und sollten Sie sich entschließen, mit ihren Waffen in Würde abzuziehen, nach Idlib oder wohin auch immer Sie möchten, bin ich bereit, Sie persönlich zu begleiten."

Der "Aufruf von syrischen Kindern zum Frieden" war eine konkrete Reaktion und Antwort auf die gemeinsame Erklärung von Papst Franziskus und dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill. Organisiert wurde sie vom päpstlichen Hilfswerk Kirche in Not, das bis jetzt 14 Millionen US Dollar für Nothilfemaßnahmen im Syrienkrieg bereitgestellt hat... der jetzt bereits 5 Jahre andauert.

Während eines Treffens in Havanna im Februar dieses Jahres hatten Papst Franziskus und Patriarch Kyrill ihren Wunsch und ihre Absicht bekräftigt, sich als katholische und orthodoxe Christen verstärkt mit vereinter Stimme für Frieden in Syrien und für verfolgte Christen auszusprechen. Die dramatische Situation im mittleren Osten war einer der wichtigsten Gründe für dieses historische Treffen.  

Pater Andrzej Halemba, Leiter der Fachgruppe für den mittleren Osten bei Hilfe für die  Kirche in Not, sagte :"Je mehr wir Christen zusammenstehen, wenn wir den Frieden verteidigen und Hilfe leisten, besonders Kindern in Not, desto lauter ist unsere Stimme und desto effektiver unsere Bemühungen."

Als ersten entschiedenen Schritt organisierte Hilfe für die Kirche in Not dieses Jahr im April die Reise einer katholisch orthodoxen Delegation, um mit Vertretern verschiedener christlicher Denominationen im Libanon und in Syrien Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erforschen. Eine erste Frucht dieser Reise war der "Internationale Kindertag" am 1. Juni, der auf die Initiative von Hilfe für die Kirche in Not als Kindergebetstag für Frieden wahrgenommen wurde. Aus diesem Anlass wurde eine gemeinsame Botschaft von syrischen  katholischen und orthodoxen Patriarchen veröffentlicht.

Der von syrischen Kindern an Vertreter von EU und UN gerichtete Aufruf zum Frieden, und die gemeinsamen Aktionen der christlichen Denominationen, sind weitere Schritte hin zu einer Intensivierung der einmütigen Bemühungen katholischer und orthodoxer Christen um Frieden in Syrien.

Selwanos Boutros Alnemeh, der syriakisch-orthodoxe Metropolit von Homs und Hama, sagte, er bete und hoffe,  "dass das Weinen unserer Kinder Gehör finden wird, Freude und Glück die Klagen und Tränen unserer Mütter ersetzen und, so Gott will, bald Frieden in unser Land einkehrt."

Dieser Bericht wurde vom U.N.-Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency in Genf, verfasst. Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins 'Vatikano'. Weitere Informationen zu Pax Press Agency unter www.paxpressagency.com

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