Facebookseite gehackt? Zweifel über angebliches Foto des im Jemen entführten Paters Tom

Pater Tom Uzhunnalil
Foto: ANS Agenzia Info Salesiana
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Das angebliche Bild des im März im Jemen entführten Salesianerpaters Tom Uzhunnalil, das seit kurzem in den Sozialen Medien kursiert, ist offenbar eine Fälschung.

Wie eine  gut informierte Quelle gegenüber CNA mitteilte, gebe es gute Gründe, die Authentizität des Bildes anzuzweifeln.

"Ich habe das mit einem Mitbruder geprüft, der Erfahrungen im Jemen hat und Pater Tom sehr gut kennt. Er teilt meine Zweifel über die Echtheit des Bildes", sagte die vertrauenswürdige Quelle, die aber anonym bleiben wollte, zur CNA am 20. Juli.

"Wir haben einfach keine bestätigten neuen Informationen, obwohl ich überzeugt bin, dass Pater Tom am Leben ist".

Auf Facebook und in anderen Medien wird seit kurzem das Foto eines unrasierten, müde aussehenden Inders geteilt, zusammen mit der Angabe, dass bald ein "Flehruf" oder "Appell" veröffentlicht werde, wie "The News Minute" berichtet.

Die Agentur meldet, dass dies das erste Bild dieser Art sei, das veröffentlicht wurde; und auch wenn nicht klar sei, wer es publiziert habe, hätten Verwandte des Entführten es eingehend studiert und für echt befunden.

Doch die CNA-Quelle teilte mit, dass seit seinem Verschwinden die Facebookseite des Priesters gehackt worden sei – "wahrscheinlich von seinen Entführern".  

"Von dem Konto werden nun solche Botschaften gesendet, um Druck auszuüben, sagte die Quelle. Auch wenn das Bild nicht echt sei, glaube er, dass Pater Tom noch lebe.

Pater Uzhunnalil, ein indischer Staatsbürger, wurde am 4. März von vier Männern entführt, die ein von Schwestern der Nächstenliebe betriebenes Altersheim überfielen und gezielt vier katholischen Ordensfrauen sowie 12 weitere Helfer ermordeten.

In der Karwoche kursierten Gerüchte, dass der Islamische Staat (IS) den Priester am Karfreitag foltern und kreuzigen wolle. Dies stellte sich jedoch als reine Spekulation heraus.

Am 28. März schrieb die indische Bischofskonferenz einen Brief an die indische Außenministerin, Sushma Swaraj, mit der Bitte, sich stärker für ein Auffinden des Priesters einzusetzen und Gerüchten über eine Kreuzigung vorzubeugen.

Daraufhin traf sich die Ministerin mit den indischen Bischöfen und ließ mitteilen, dass Pater Tom am Leben sei; die Regierung bediene sich aller möglichen Mittel, um den Geistlichen aus schnell und sicher freizubekommen.

Im Mai wiederholte Ministerin Swaraj, dass sie zuversichtlich sei, dass es Pater Tom gut gehe und er bald frei sein werde.

Nach Angaben von "The News Minute" teilte ein Verwandter des Entführten mit, die indische Regierung habe Mühe, einen Gesprächspartner zu finden, angesichts der Tatsache, dass es im Jemen keine funktionierende Regierung gebe. Er vermute, dass Pater Tom nicht direkt vom IS entführt worden sei, sondern einer kleineren Gruppe. Die Einzelheiten sind jedoch nach wie vor unklar.

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