100. Jahrestag der Anerkennung des Deutschen Caritasverbandes

Eine von über 24.000 Einrichtungen der Caritas: Die Sozialstation Mayen/Vordereifel.
Foto: Caritas/Sozialstation Mayen/Vordereifel

Heute vor 100 Jahren wurde der Deutsche Caritasverband als Zusammenschluss der Diözesan- und Ortscaritasverbände von den deutschen Bischöfen anerkannt

Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und der Caritasverband mitteilten, arbeiten aktuell 590.401 Menschen in den 24.248 Einrichtungen und Diensten, die der Caritas bundesweit angeschlossen sind. Sie werden von rund 500.000 Ehrenamtlichen und Freiwilligen unterstützt.

In ihrer Sitzung am 23. August 1916 bestimmte die Fuldaer Bischofskonferenz "den Caritasverband für das katholische Deutschland als die legitime Zusammenfassung der Diözesanverbände zu einer einheitlichen Organisation", wie es im damaligen Sitzungsprotokoll heißt.

Damit erfuhr die Arbeit von Prälat Lorenz Werthmann, der 1897 den "Charitasverband für das katholische Deutschland" (seit 1921 Deutscher Caritasverband) in Köln gegründet hatte, ihre bischöfliche Bestätigung. Ziel Werthmanns war es, das Wirken der katholischen Caritasverbände, der Fachverbände und der sozial tätigen Ordensgemeinschaften zu bündeln und so die Wirkmächtigkeit der sozialen Arbeit der katholischen Kirche in Deutschland zu stärken.

Der Münchner Erzbischof und DBK-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, sagte, so die DBK in einer Mitteilung: "Kirche ist ohne Caritas nicht Kirche. Das Gebot der Gottes- und Nächstenliebe ist nicht primär ein Gebot, sondern vor allem Antwort auf das Geschenk des Geliebtseins, das wir von Gott empfangen haben. Das zeigt die Arbeit der Caritas in Deutschland und weltweit", so Kardinal Marx. "Ich bin den Haupt- und vielen Ehrenamtlichen in der Caritas dankbar für ihren Dienst. Sie alle gehen – wie es Papst Franziskus fordert – an die Ränder der Gesellschaft. Auch heute gilt für die Caritas und jeden Christen: Wir dürfen an den Notleidenden nicht vorübergehen! Christlicher Glaube muss sich im Tun und Hinwenden zu den Schwachen bewähren."

Prälat Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, sagte: "Lorenz Werthmann war seiner Zeit weit voraus. Er erkannte, wie wichtig Vernetzung und Abstimmung sind, wenn man die Situation von ausgegrenzten und benachteiligten Menschen verändern möchte."

Als Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche sei die Caritas in Deutschland eine wichtige Stimme sowohl in sozialpolitischen als auch in gesellschaftlichen Debatten, so Prälat Neher.