Abschied von "Papa Schaedel"

Oriol Schaedel
Foto: Stefan Heid / Römisches Institut der Görres-Gesellschaft

Oriol Schaedel ist tot. Der Deutsch-Römer, der sich als langjähriger Rat und Vizecamerlengo sehr um die Erzbruderschaft am Campo Santo Teutonico verdient gemacht hat, starb vergangene Nacht im Alter von 94 Jahren. 

In einer Würdigung zum 90. Geburtstag am 9. März 2017 schrieb der Camerlengo der Bruderschaft, Aldo Parmeggiani, auf der Website des Campo Santo Teutonico eine Würdigung des Mannes, der "in römischen Kreisen und darüber hinaus eine ganz besondere Stellung einnimmt: sowohl in menschlicher, in beruflicher, in ehrenamtlicher und durchaus auch in politischer Hinsicht".

Der in Barcelona geborene Schaedel war als junger Diplom-Dolmetscher zunächst zum Studium der thomistischen Philosophie nach Fribourg in der Schweiz und nach Paris gezogen, dann begann die praktische Berufsausbildung als Buchhändler: Er zog zu seinem Vater nach Rom, der die legendäre Buchhandlung "Herder" an der berühmten Piazza Montecitorio, dem Sitz des italienischen Parlaments, führte.

Wie Parmeggiani schreibt, wurde hier Oriol Schaedels Schöpfung "Casa Editrice Herder", also "Verlagshaus Herder" gegründet, in unermüdlicher Aufbauarbeit fortentwickelt und schließlich mit der Buchhandlung zusammengelegt: Einer Buchhandlung - geliebt nicht nur von deutschsprachigen Lesern, sondern ebenso von der italienischen "Intelligentia". Es war der Anfang eines bedeutenden Lebenswerkes. Seine Mitarbeiter nannten den beliebten Chef nicht selten einfach "Papa Schaedel".

"Ehrenamtlich hat Oriol Schaedel die Geschicke der Anima und der Erzbruderschaft als Mitglied der jeweiligen Vorstände mitbestimmt, er hat die Bindung der katholischen und der evangelischen Christen in ökumenischem Sinne gefördert und unterstützt, er hat den deutschen Hilfsverein ins Leben gerufen, er hat die Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinschaft in Rom weiterentwickelt und last but not least: er hat nicht nur den deutschen Schulverein mitbegründet, sondern – und jetzt kommt ein Paukenschlag – er hat die deutsche Schule in Rom sogar gerettet!" – so Parmeggiani.

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