Ausstellung zeigt den Schrecken der Christenverfolgung in Syrien

Marienstatue, die bei Kämpfen in einem christlichen Viertel zerstört wurde
Foto: Foto: Carole Alfarah
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Die Caritas von Toledo zeigte die Ausstellung "Zeugnisse" – "Shuhud" – der syrischen Fotografin Carole Alfarah, die das Leid der verfolgten Christen in Syrien, im Irak und im Libanon darstellt.

Wie der Beauftragte der diözesanen Caritas von Toledo, Pater José María Cabrero, betonte, geht es darum, dass "wir nicht in eine Gleichgültigkeit verfallen dürfen, die unsere Geschwister vergisst, die so sehr leiden."

Cabrero erläuterte, diese Ausstellung sei Teil einer Reihe von Initiativen, die sich zum Ziel setzen, das Bewusstsein für jenes "schreckliche Drama zu schärfen, das dazu geführt hat, dass allein im Irak die Zahl der Christen von 1,5 Millionen auf 500.000 zurückgegangen ist."

Holzkreuz, das ein syrischer Flüchtling nach seiner Bombardierung aus seinem Haus in Damaskus gerettet hat. Foto: Blanca Ruiz

Die Fotos der Ausstellung "Shuhud" - "Zeugnisse" sind Teil der Arbeit der Fotografin Carole Alfarah in Syrien und im Libanon in den Jahren 2012 und 2015.

Laut Alfarah leitet sich der Titel der Ausstellung davon ab, dass "die verfolgte Christen auf der ganzen Welt Zeugen der Worte Jesu sind."

"Der Teil von Syrien zeigt Orte, an denen syrische Christen während des Konflikts in Syrien angegriffen wurden. Die Auswahl der Bilder aus dem Libanon stellt Zeugnisse von Christen aus Syrien und dem Irak dar, die vom IS verfolgt worden sind", so Alfarah.

Während Vorstellung der Exposition gaben auch Syrer ihre persönlichen Erfahrungen wider, die aufgrund des Krieges aus dem Land fliehen mussten. So wie im Fall von Fadi Janawi, der seit 2014 zusammen mit seiner Familie in Toledo (Spanien) lebt.

Sie konnten Syrien dank der Hilfe einer spanischen Familie, die sie 2011 während des Weltjugendtags in Madrid (Spanien) kennengelernt hatten, verlassen.

"Diese Ausstellung zeigt das Leid der Christen, vor allem in Syrien, aber auch jener, die in Flüchtlingslagern sind und die in andere Ländern vertrieben werden", sagte Fadi Janawi zu CNA.

Er erklärte auch, dass "in jedem Bild, das von einer kurzen Erklärung in drei Sprachen begleitet wird, das Leid der christlichen Flüchtlingsfamilien gezeigt wird, die im Krieg gestorben sind oder vergewaltigt oder entführt wurden."

Ein weiteres Zeugnis war jenes von Rima, einer Hotelmanagerin aus Syrien, die wegen des Krieges alles verloren hatte und nach Spanien flüchten musste.

Wie sie CNA bei ihrer Ankunft in Spanien im Jahr 2015 versicherte, half ihr die Caritas sehr. "Sie boten mir einen Job an und halfen mir, mein Leben neu zu beginnen" erinnerte sie sich.

Rima forderte auch Hilfe für die Syrer, die vertrieben worden sind und in ihre Städte zurückkehren wollen. "Es braucht viel Geld, um neu anzufangen, der Krieg hat alles zerstört, deshalb ist viel Unterstützung nötig, um das Leben wieder zu beginnen und das heißt viel Geld für den Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Krankenhäusern", sagte sie zu CNA.

Familienfotos, die Helaneh machte, nachdem der Islamische Staat in das Dorf kam. Sie versteckte sich auf einem Friedhof und floh dann in den Libanon. Foto: Blanca Ruiz

Die diözesane Caritas von Toledo half mit mehr als 50.000 Euro am Bau einer Klinik in der Stadt Alqosh (Syrien) mit.

Darüber hinaus wurde im vergangenen Jahr, dank der Mithilfe der Bruderschaft Nuestra Senora del Sagrario und verschiedener Unternehmen ein Container mit 12.000 kg humanitärer Hilfe nach Syrien geschickt.

Geschichten in Fotografie

Unter den ausgestellten Fotos kann man ein kleines Kreuz sehen, das eine Frau zwischen ihren Händen hält.

Es ist ein Holzkreuz, das diese Frau retten konnte, nachdem ihr Haus bei einem Bombenanschlag in Damaskus angegriffen worden war und das sie immer bei sich trägt.

Ein weiteres Foto zeigt Micho, einen 28-jährigen assyrischen Christen, der im Februar 2013 von islamistischen Soldaten in Syrien festgenommen wurde, als er nach Hause zurückkam.

Er wurde zusammen mit einem seiner Freunde entführt, der später getötet wurde. Micho wurde sechs Monate lang gefangen gehalten und dachte, er würde sterben, aber er überlebte diese schrecklichste Erfahrung seines Lebens.

"Ich war verängstigt, terrorisiert und wartete jeden Augenblick auf den Tod", erzählte Micho.

Micho, ein junger Syrer, der entführt und nach Zahlung eines Lösegelds freigelassen wurde. Heute lebt er in Australien und wartet darauf, Asyl zu bekommen. Foto: Blanca Ruiz

Nachdem er eine muslimischen Gerichtsverhandlung über sich ergehen lassen musste, wurde er gezwungen, vier Millionen syrische Lire (etwa 16.000 Euro) zu zahlen, wenn er am Leben bleiben wollte. Er bekam das Geld dank seiner Familie zusammen und musste Syrien verlassen, um zu überleben. Derzeit wartet Micho in Australien darauf, politisches Asyl zu erhalten.

Als der Daesh die Kontrolle über die Dörfer um Tell Tamer (Syrien) übernahm, floh die 67-jährige Helaneh, zusammen mit ihrer Familie.

"Früh am Morgen liefen wir aus dem Haus, mein Mann und ich mit unserem Sohn und meine Tochter mit ihrer Familie. Wir versteckten uns zwischen den Gräbern auf dem Friedhof der Stadt, bis wir erfuhren, dass die Menschen in der Stadt Busse bereitstellten, um zu fliehen. Die Busse waren überfüllt, aber wir nahmen einen. Mein Enkel und meine Tochter verloren aufgrund der großen Menge das Bewusstsein. Einen Moment lang dachte ich, sie seien erstickt ", erinnert sich Helaneh.

Derzeit sind Helaneh und ihre Familie als Flüchtlinge im Libanon. Sie haben alles verloren.

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