Bistum Bozen-Brixen startet Arbeitsgruppe zum Thema "Glaube und Homosexualität"

Regenbogenflagge
Foto: Pixabay / gtjotflot

Das Bistum Bozen-Brixen in Südtirol hat eine Arbeitsgruppe zum Thema "Glaube und Homosexualität" eingerichtet und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Laut Pressemitteilung der Diözese vom Montag werde sich die Arbeitsgruppe dafür einsetzen, "dass sich Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung in der Kirche beheimatet fühlen können. Der Arbeitskreis ist beim diözesanen Amt für Ehe und Familie angesiedelt."

"Die Arbeitsgruppe wendet sich an Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen, die sich im Glauben verbunden und der Kirche zugehörig fühlen oder in ihr Heimat finden möchten", so das Bistum. "Sie informiert und sensibilisiert für die Themen und die Lebensrealitäten homosexueller, intersexueller, transidenter gläubiger Menschen und ihrer Familien in der Diözese und will zum Abbau von Tabuisierung, Ausgrenzung und Diskriminierung beitragen."

Eine Wanderausstellung zum Thema "Gleichgeschlechtlich Liebende in der Kirche" sei bereits realisiert worden. Außerdem solle es "eine Serie von Videoclips" geben, "in denen Menschen quer durch alle Alters- und Sprachgruppen Antworten verschiedene Fragen zu Kirche und Sexualität geben. Die Videoclips wollen sensibilisieren und dem Thema Sichtbarkeit verleihen."

Der Katechismus der Katholischen Kirche behandelt die Frage der Homosexualität in seinem Abschnitt über die Berufung zur Keuschheit, zu der aus kirchlicher wie biblischer Sicht nicht nur Gläubige, die sich als "LGBT" identifizeren, sondern alle Katholiken berufen sind.

"Die Geschlechtslust ist dann ungeordnet, wenn sie um ihrer selbst willen angestrebt und dabei von ihrer inneren Hinordnung auf Weitergabe des Lebens und auf liebende Vereinigung losgelöst wird." (KKK 2351)

Wie ihre Geschwister im Glauben sind auch Menschen mit homosexuellen Neigungen "zur Keuschheit berufen", betont der Katechismus.

"Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen."

Nicht nur heterosexuelle, sondern auch homosexuelle  Menschen "sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Veranlagung erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen", fährt der Katechismus in Absatz 2358 fort.

 

2021 bekräftigte die Glaubenskongregation, die Kirche könne keine homosexuellen Partnerschaften segnen. Zahlreiche deutsche Bischöfe – darunter Kardinal Reinhard Marx und Bischof Helmut Dieser – stellten sich ausdrücklich gegen das Nein aus dem Vatikan. Ihr offener Widerstand und Widerspruch gegen die Lehre der Kirche soll durch den deutschen "Synodalen Weg" bestätigt werden.

 

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