Cyber-Angriff auf den Vatikan: Geschwister festgenommen

Autoritäten hegen Freimaurer-Verdacht, Experten vermuten eine Auftragsarbeit.
Foto: CNA/Wimmer/Bohumil/Pixabay
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Sie sollen eine Cyber-Attacke verübt haben, die auch den Vatikan zum Ziel hatte – nun wurden sie festgenomen: Die Geschwister Giulio Occhionero (45) und Francesca Maria Occhionero (49).

Die beiden sollen 18.000 Konten gehackt und sich Zugang zu vertraulichen Informationen und privaten Daten mehrerer prominenter italienischer Institutionen und Personen verschafft haben, darunter zu tausenden Emails sowie den Computern eines vatikanischen Gästehauses für ausländische Besucher und von Kardinal Giancarlo Ravasi vom Päpstlichen Kulturrat.  

Die mutmaßlichen Täter arbeiteten Medienberichten zufolge als Ingenieure und haben Wohnsitze in London und Rom.

Der Vatikan hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert; unklar ist bislang unter anderem, wie groß der Schaden ist, den die Hacker anrichten konnten.

Italienische Behörden melden, dass die Cyber-Abteilung des FBI die Ermittlungen unterstütze, da sich einige der abgegriffenen Informationen auf Servern in den USA befanden.

Wie unter anderem die "New York Times" berichtet, gehen die italienischen Autoritäten davon aus, dass die Occhioneros in Kontakt mit den Freimaurern stehen, da die Malware – die Software mit denen sich dei Täter offenbar Zugang verschafften – "Eye Pyramid" heiße: Eine Anspielung auf das Freimaurer-Symbol. Zudem hätten mehrere der betroffenen Konten Freimaurern gehört, so die Behörden.

Unabhängig von der Frage, ob es einen Bezug zur Freimaurerei gibt gehen Sicherheitsexperten davon aus, dass das Paar nicht alleine handelte – und möglicherweise einen gezielten Auftrag erfüllen sollte.

"Diese Art Information ist nutzlos, es sei denn, ein institutioneller oder finanzieller Kontakt hat daran Interesse", erklärte Raffaele Marchetti, Studienleiter für Digitale Revolution und Cybersecurity an der Luiss Guido Carli Universität in Rom gegenüber der "New York Times".

Die Occhioneros streiten jede Beteiligung an der Cyber-Attacke ab.

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