"Der barmherzige Samariter ist mehr als nur ein Gleichnis"

Papst Franziskus begrüßt Pilger auf dem Petersplatz am 12. März 2016.
Foto: CNA/Alexey Gotovskiy

Am heutigen Sonntag hat Papst Franziskus auf dem Petersplatz betont, dass das Gleichnis vom Guten Samariter nicht nur eine nette Textstelle ist, über die man nachdenken sollte, sondern eine konkrete Entscheidung bezeichnet, wie wir leben und die Menschen um uns herum behandeln.

"Der barmherzige Samariter bezeichnet einen Lebensstil, dessen Mittelpunkt nicht wir sind sondern andere, mit ihren Schwierigkeiten, denen wir auf unserem Weg begegnen und die uns herausfordern", sagte der Papst am 10. Juli.

Wir selber müssen enthscheiden, ob wir so leben — oder nicht, betonte der Pontifex. Die haltung des barmherzigen Samariters prüfe unseren Glauben, denn Glaube ohne Werke "ist tot".

"Fragen wir uns: Ist unser Glaube fruchtbar? Produziert er gute Werke? Oder ist er steril, und dadurch mehr tot als lebendig? Mache ich aus den Menschen, die mir begegnen Nachbarn, oder gehe ich an ihnen vorüber?", fragte Franziskus.

Es wäre gut, sich diese Fragen oft zu stellen, denn letzten Endes "wird anhand der Werke der Barmherzigkeit über uns geurteilt werden".

Der Herr, sagte er, werde uns dann an die Situationen erinnern, in denen wir Ihn in den Menschen um uns herum erkannt hätten und diesen geholfen hätten oder nicht."

"Erinnerst Du Dich an damals an die Straße von Jerusalem und Jericho? Der halbtote Mann, das war ich. Erinnerst Du Dich? Das hungrige Kind war ich. Erinnerst Du Dich? Der Migrant, den sie so oft hinauswerfen wollten, war ich."

"Jene Großeltern, die im Altersheim verlassen wurden, das war ich. Der krankre Mensch, den niemand im Krankenhaus besuchte, das war ich. Das wären die Fragen, die Gott dann stellen werde, sagte Franziskus den Menschen auf dem Petersplatz, die trotz der Sommerhitze zum Angelusgebet gekommen waren.

Gute Taten, in Liebe und Freude am Nachbarn verübt, ließen unseren Glauben wachsen und Frucht tragen, so Franziskus.