Der "Fehler" dieses Priesters führte ihn zu einer sterbenden Frau

P. Gregorio Hidalgo
Foto: Facebook/Pater Goyo Hidalgo
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Am 31. Dezember, kurz vor Mitternacht, fuhr Pater Gregorio Hidalgo in ein Krankenhaus, um dort einer Patientin die heilige Kommunion zu spenden. Durch ein Versehen kam er jedoch zu einer sterbenden Frau.

Auf Twitter schilderte der als "Pater Goyo" bekannte Priester am 1. Januar, wie es dazu kam: 

"Nachts, gegen 23.30 Uhr, fuhr ich zum Krankenhaus. Aus Versehen ging ich in das falsche Zimmer. Die Patientin lag im Sterben. Ich nehme ihr die Beichte ab, spende ihr die Krankensalbung und reiche ihr die heilige Kommunion. Zwei Stunden später stirbt sie. Das war der beste Fehler, den ich je begangen habe. DANK SEI GOTT, DER SOGAR MEINE FEHLER NUTZT".

Der 44-jährige Pater Goyo ist Pfarrvikar in der Pfarrei Hl. Rosa von Lima in Simi Valley (Los Angeles). Der gebürtige Spanier aus der Provinz Toledo wurde am 4. Juni 2016 zum Priester geweiht.

Die Erzdiözese von Los Angeles hat ihn beauftragt, die Patienten des Simi Valley Hospital seelsorglich zu betreuen.

"An diesem Tag sagte mir die Person, die für das Büro verantwortlich ist, jemand wolle die Kommunion empfangen. Es war kein Notfall, aber diese Frau wollte kommunizieren, weil es der letzte Tag des Jahres war. Die Bürohilfe notierte die falsche Zimmernummer. Er schrieb Zimmer 252, eigentlich aber war es Zimmer 272", berichtete der Priester.

Als er ins Zimmer kam, sah Pater Goyo eine Frau auf dem Bett liegen und dachte, das sei die Frau, die um sein Kommen gebeten hatte.

"Eine Person die gerade da war, offenbartein Verwandter, erzählte mir, dass die Frau sehr krank sei und im Sterben liege. Ich ging auf sie zu und fragte sie, ob sie beichten wolle und sie sagte ja".

Nach der Beichte spendete ihr Pater Goyo die Krankensalbung und reichte ihr ein nur kleines Stück der Hostie, da sie nichts essen konnte.

"Mein Gedanke war, dass dies die Person sei, zu der man mich gerufen hatte. Für mich war das ein ganz normaler Augenblick, sehr erfüllt von Gott und von Freude, weil ich dachte, dass er sehr schön sei, jemandem am Ende des Jahres Gott zu bringen", sagte der Priester.

Als er das Zimmer verließ, fragte Pater Goyo einen Krankenpfleger nach dem Nachnamen der Frau, die er besucht hatte. Als der Pfleger ihm den Namen sagte, merkte der Priester, dass er im falschen Zimmer gewesen war.

"Es erschien mir noch schöner: Dass Gott meinen Fehler benutzt hatte, von dem ich nicht einmal wusste, dass es einer war – sondern das erst später erkannte – um etwas so Wunderbares zu tun. Es war unglaublich, gerade weil es nichts Spektakuläres war. Denken wir daran, dass das Normale etwas Außergewöhnliches ist; es geschieht jeden Tag, in allen Krankenhäusern der Welt".

Er sagte auch, dass "die Menschen eine große Sehnsucht nach diesem 'Aspekt' Gottes haben": Dass "Er sich immer um uns sorgt, dass er unser Leben benutzen will, um ihn zu anderen Menschen zu bringen."

Es sei eine gute Art und Weise gewesen, das Jahr zu beginnen, so Pater Goyo weiter – "sich daran zu erinnern, dass Gott bei uns ist, nicht nur in der Krippe, die wir in der Kirche aufgestellt haben, sondern auch in den alltäglichen Dingen".

Am Ende sagte er, dass er auf dem Gesicht der sterbenden Frau "einen großen Frieden und eine große Ruhe" bemerkt habe.

"Ich bitte euch, dass wir uns von Gott benutzen zu lassen. Die Freude findet sich in den gewöhnlichen Dingen eines jeden Tages. Wir wissen nie, was passieren kann, wenn wir stets darauf bedacht sind, unsere Tage zu heiligen", endete er.

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