Der Katholizismus in Island ist jung, vielfältig und wächst

Die Christkönigskathedrale in Reykjavik
Foto: Katholische Kirche in Island
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Die Zahl der jungen Katholiken in Island ist in den letzten Jahren gestiegen und hat die der älteren Menschen in den Kirchen übertroffen. 

Hauptgrund für das Wachstum des Katholizismus auf der Insel im hohen Norden ist die Zahl katholischer Einwanderer.

Das berichtet der "National Catholic Register".

Sichtbar ist das Wachstum an Feiertagen wie Allerheiligen: In der Christkönigskathedrale der isländischen Hauptstadt tummeln sich dann die Gläubigen aus aller Welt. Viele von ihnen sind nach der wirtschaftlichen Erholung des Landes im Jahr 2008 gekommen – Einwanderer aus Osteuropa, Asien und anderen Regionen. Sie arbeiten im Tourismus, der Fischerei und anderen Wirtschaftszweigen.

"Heute haben wir in der katholischen Kirche Menschen, die aus vielen Nationen stammen – und wir sprechen fast 100 verschiedene Sprachen", so Bischof David Tencer von Reykjavik.  

"Wir sind die am schnellsten wachsende katholische Gemeinschaft in den nordischen Ländern", sagte Bischof Tencer.

1970 gab es in Island etwa 1.000 Katholiken, meist Einheimische. Seitdem, in etwa einem Jahrzehnt, ist die katholische Bevölkerung von etwa 3.000 Mitgliedern auf etwa 13.500 registrierte Katholiken angestiegen. Die meisten von ihnen sind Einwanderer.

Im Dienste dieser wachsenden katholischen Bevölkerung stehen 16 Priester. Einer von ihnen ist einheimischer Herkunft, die anderen kommen aus mehreren Ländern: fünf aus Polen, drei aus der Slowakei, einer aus der Tschechischen Republik, zwei aus Irland, einer aus Deutschland, einer aus Frankreich, zwei aus Argentinien und einer aus Großbritannien (derzeit im Ruhestand).

Dem Rektor des Doms und Generalvikar der Diözese zufolge erlebt er dieses Wachstum schon seit 1984, als er, aus Deutschland kommend, nach Island kam: "Die Kirche hier ist ziemlich stark. Polnische Einwanderer sind wahrscheinlich die traditionellsten", so Patrick Breem.

"Diese Einwanderer kommen aus vielen verschiedenen Kulturen hierher und bringen wunderbare Elemente des Glaubens und der Bräuche und Praktiken mit, die sie zu Weihnachten und zu anderen Zeiten verfolgen", sagte der Prälat.

Hintergrund

Die Bevölkerung Islands ist überwiegend evangelisch. Die etwa 13.000 Katholiken bilden eine Minderheit von weniger als vier Prozent der über 350.000 Einwohner des Landes.

Viele der Katholiken sind polnische Einwanderer, die auf der Suche nach Arbeit nach Island gekommen sind. Auch die Priester im Land kommen meistens aus anderen Ländern, darunter Polen, die Slowakei, Irland, Frankreich, Argentinien, Großbritannien und auch aus Deutschland.

Zu den weiblichen Orden, die im Land vertreten sind, gehören die Schwestern der "Dienerinnen des Herrn und der Jungfrau von Matará", die mexikanischen Schwestern aus Guadalajara, the Missionarinnen der Nächstenliebe, sowie zwei Zweige der Karmeliterinnen.

Ganz Island ist in sechs Pfarreien aufgeteilt. Die einzige Diözese, Reykjavik, ist direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt.

Der katholische Glaube hat in Island eine turbulente Geschichte. Die Reformation und ein besonders strenger dänischer König im 16. Jahrhundert versuchten, den Katholizismus auf der Insel auszumerzen. Im Jahr 1550 wurde der damalige Bischof, Jon Arason, hingerichtet – danach war fast vier Jahrhunderte kein Bischof auf der Insel. Erst im Jahr 1929 war dies wieder möglich. 

Übersetzt und redigiert aus dem Original.

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