Diese Zisterziensermönche bringen die Trappistenbier-Tradition nach England

"Tynt Meadow" ist das erste britische Trappistenbier
Foto: Mit freundlicher Genehmigung
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Exklusiver geht es in der Welt des Bierbrauens fast nicht: Auf der ganzen Welt gibt es nur wenige Brauereien, die Trappistenbier herstellen, denn so nennen darf sich nur, was unter der Aufsicht von Mönchen gebraut und im Kloster oder dessen Nähe hergestellt wird. 

Die meisten Trappistenbiere kommen bis heute aus Belgien. Im deutschsprachigen Raum gibt es seit 2012 wieder drei Sorten Trappistenbier aus dem Stift Engelszell, im oberösterreichischen Innviertel: Eine von weltweit gerade mal elf Brauereien, die Trappistenbier herstellen.

 

 (Foto: www.stift-engelszell.at)

Und jenseits des Ärmelkanals, wo bis heute ein anständiges Ale bei Keller-Temperatur getrunken wird?

Hier soll in Kürze das 12. Trappistenbier erhältlich sein, und das erste der britischen Geschichte - zumindest seit der Reformation: Die Zisterzienser-Abtei vom Berg St. Bernhard in Leicestershire mussten 2013 ihre erfolglose Milchwirtschaft schließen, und suchten nach einem neuen Erwerbszweig für ihr Kloster. Sie erkannten den Erfolg klösterlicher Braukunst als mögliche Chance, besuchten unter anderem die Benediktiner von Nursia, die nach dem Erdbeben ein Spezial-Bier für den Wiederaufbau gebraut haben - und ließen sich davon begeistern.

Nach fünf Jahren der Recherche begannen die Mönche, am 16. Juni - dem Tag des Festes der heiligen Lutgard, die sich in der Fastenzeit allein von Bier und Brot ernährte - damit, ihr erstes eigenens Bier zu brauen: Ein Tropfen nach belgischem Vorbild, wo das Verhältnis zum Bier dem bayerischen sehr nahe kommt:

"Bier ist ein gutes, ehrliches, nahrhaftes Getränk - unsere belgischen Freunde sagten immer wieder, es muss flüssiges Brot sein, nicht gefärbtes Wasser, und dass streben wir auch an", so der Abt von Mount Saint Bernard, Dom Erik Varden, gegenüber der BBC. 

Das erste britische Trappistenbier hat einen Alkoholgehalt von 7,4 Prozent und trägt den Namen einer örtlichen Wiese, wo sich die Mönche im Jahr 1835 zuerst niederließen: "Tynt Meadow". Anfang Juli sollen die ersten Flaschen verkauft werden. 

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