Millionen-Sanierung: Eichstätter Dom bis 2023 geschlossen

Der Eichstätter Domkapitular Reinhard Kürzinger (mit Bauhelm) trägt eine Reliquie des heiligen Willibalds bei der Prozession.
Foto: Bernhard Löhlein

45 Jahre nach der letzten großen Sanierung muss der Eichstätter Dom erneut für eine grundlegende Sanierung geschlossen werden. Am vergangenen Sonntag hat das Bistum und die Gemeinde der Dompfarrei "vorübergehend Abschied vom Eichstätter Dom genommen", wie die Pressestelle des Bistums vermeldet.

Zu Beginn der heiligen Messe verglich Bischof Gregor Maria Hanke den Auszug aus dem Dom mit dem Bild der pilgernden Kirche. Die Domsanierung sei nicht nur ein technokratischer oder künstlerischer Akt, sondern auch symbolisch für das Unterwegs in der "Erneuerung im Glauben".

Domkapitular Reinhard Kürzinger, der "Summus Custos" ("Oberster Wächter") des Doms, zeigte in seiner Predigt auf, dass auch das Leben eine einzige Baustelle sei:

"Unser Dasein ist unfertig, unsicher, unvollkommen. Die Baustellen des Lebens aufzuzählen und die nötigen Reparaturarbeiten zu beginnen – das wäre ein umfassendes Sanierungskonzept in der Fastenzeit."

Das Allerheiligste und eine Kopfreliquie des Eichstätter Diözesanpatrons Willibald wurden nach der Messe in einer Prozession in die naheliegende Schutzengelkirche übertragen. Dort sollen während der Sanierung des Doms die meisten Gottesdienste stattfinden.

Für die Sanierung des Langhauses und des Querschiffs sind mindestens zwei Jahre angesetzt. Als problematisch erweist sich derzeit die geplante Aufstellung zweier Kräne auf dem Domplatz. Wie Architekt Hermann Keim auf der Homepage des Domes mitteilt, handle es sich bei den Maßnahmen um einen "Kundendienst, um für die nächsten 50 oder 100 Jahre gerüstet zu sein."

15,4 Millionen Euro für Sanierung

Zu den geplanten Maßnahmen zählen: Die denkmalgerechte statische Sanierung aller Dachstühle, der Wiedereinbau einer Wärmedämmung auf den Gewölben, die Fassadensanierung einschließlich der Fenster, die Restaurierung der steinernen Maßwerke und Gläser sowie Natursteinarbeiten an den Treppenstufen. Außerdem wird der Innenraum mit der Innenausstattung gereinigt. Auch das Beleuchtungskonzept und die Blitzschutzanlage sollen erneuert werden.

Mit der Sanierung des Westchors ist im Herbst 2019 der erste von vier Bauabschnitten beendet worden. Für das Jahr 2022 ist dann die Restaurierung des Ostchors vorgesehen, den Projektabschluss bildet 2023 die Sanierung der Türme mit der Kapitelsakristei. Die Renovierung soll im Jahr 2023 abgeschlossen werden.

Zu den erwarteten Kosten teilt das Bistum mit:

"Die Gesamtkosten werden zum jetzigen Zeitpunkt mit 15,4 Millionen Euro beziffert. Davon fallen 12,2 Millionen für den Freistaat an, das Bistum übernimmt 3,2 Millionen."

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