Ein "Kulturinstitut Benedikt XVI." in Sri Lanka

Mit dabei zur Eröffnung: Kardinäle Angelo Bagnasco und Malcolm Ranjith
Foto: Erzdiözese Colombo/Roshan Pradeep

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am vergangenen 27. Dezember das Kulturinstitut Benedikt XVI. in Sri Lanka eröffnet. Anwesend waren Kardinal Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo, der sich sehr für die Errichtung des Zentrums stark gemacht hatte, der Präsident Sri Lankas, Maithripala Sirisena und Kardinal Angelo Bagnasco, Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz, da das Zentrum auch dank der Einnahmen aus der italienischen Mandatssteuer (des sogenannten "8 per mille") finanziert worden war.

Das Institut befindet sich in Bolawalana in Negombo. Papst Franziskus hatte es kurz besucht und am 15. Januar 2015 – am Ende seiner apostolischen Reise nach Sri Lanka - gesegnet.

Das Gebäude war von 1948 bis 1961 Sitz des "Catholic Teachers’ Training College", eines der renommiertesten Schulungszentren für katholische Ausbilder des Landes. Aber 1961 hat die Regierung die Verwaltung des Instituts übernommen, das 1990 geschlossen wurde. Erst im Jahr 2003 erhielt die Kirche das Institut zurück.

Kardinal Malcolm Ranjith ergriff 2011 die Initiative, dem Institut neues Leben einzuhauchen und beschloss ihm den Namen Benedikts XVI. zu geben. Die Initiative wurde zum Zweck der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen verschiedener Natur mit der großen Aufgabe des nationalen Wiederaufbaus nach dem schrecklichen Bürgerkrieg ins Leben gerufen.

Der Krieg war in Sri Lanka über Jahrzehnte hinweg ein schleichendes Phänomen. Bereits 1956 gab es die ersten Spaltungen zwischen Tamilen und Singhalesen und  -  als die singhalesische Mehrheit ihre eigene Sprache aufzwang - wurden Tamilen aus öffentlichen Ämtern entfernt und litten unter verschiedenartigen Diskriminierungen, bis hin zum Massaker an 100.000 Tamilen im Jahr 1983. Die tamilische Reaktion bestand in der Gründung der "Tiger" und das Land versank in einem blutigen Konflikt, bis die Regierung 2009 militärisch eingriff. Der Krieg ist beendet, aber der Friede ist noch weit und die katholische Kirche, gebildet sowohl aus tamilische als singhalisischen Sri Lankern, arbeitet an vorderster Front für den Frieden.

Dazz leistet das Institut seinen Beitrag: In Zukunft werden zahlreiche andere Initiativen fertiggestellt werden, um das Kulturzentrum zu voller Blüte zu bringen, wie beispielsweise eine Abteilung für interreligiösen Dialog und Zusammenarbeit, eine Abteilung für Linguistik und letztendlich eine Abteilung für höhere Studien.