Einreise verweigert: Ordensfrau aus dem Irak darf nicht ihre kranke Schwester besuchen

Ordensfrau
Foto: CNA Deutsch / Alexey Gotovskiy

Schwester Madleen wollte ihre kranke Schwester besuchen. Doch die britischen Behörden lassen die Ordensfrau nicht einreisen - mit immer neuen Begründungen

Die Dominikanerin wollte ihre leibliche, erkrankte Schwester sehen, die in Großbritannien lebt. Aber die britischen Einwanderungsbeamten entschieden, dass Schwester Madleen nicht ausreichend Beweise dafür geliefert habe, dass sie ihr Visum nicht überschreiten und versuchen werde, dauerhaft in Großbritannien zu leben.

Dabei betreibt die Dominikanerin für ihren Orden einen Kindergarten im Irak und lebt dort in ihrer Gemeinschaft, die erst kürzlich in ihre befreites Kloster zurückkehren konnten.

Die Ordensfrau versuchte im April erstmals, ein Visum nach Großbritannien zu bekommen - dieses wurde aber mit einer anderen Begründung abgelehnt: Regierungsbeamte sagten, sie habe nicht nachgewiesen, dass sie als Schulleiterin ein ausreichendes Einkommen erzielt habe, und sie habe nicht gezeigt, dass ihre Gemeinde ihre Reise finanzieren werde.

Das erste Ablehnungsschreiben stellte auch die Frage, warum sie seit 2011, als ihr das letzte Mal ein Visum erteilt wurde, nicht in Großbritannien war.

Schwester Madleen musste zusammen mit dem Rest ihrer Gemeinde 2014 aus der christlichen Stadt Qaraqosh fliehen, als die Kämpfer des Islamischen Staates die Region und auch das Kloster besetzten. Seitdem lebt die geflohene Ordensfrau  mit ihren Schwestern in der Stadt Erbil im Nordirak.

Die Islamisten hatten das Kloster bis Ende 2016 in ihrer, als die Schwestern endlich zurückkehren konnten, um ihre - jetzt geschändete und zerstörte - Kirche zu besuchen, wie CNA Deutsch berichtete.

Die Nachricht von ihrer erneuten Abweisung wurde auf Twitter von Pater Benedict Kiely bekannt gemacht. Der Ordensmann ist Gründer von "Nasarean.org", einer Initiative, die verfolgten Christen im Nahen Osten helfen will.

"Das Vereinigte Königreich hat meiner Freundin, der irakischen Nonne Ban Madleen, zum zweiten Mal ein Visum verweigert - vom IS aus ihrem Kloster vertrieben, aber für einen Monat in Großbritannien nicht akzeptabel", schrieb Pater Kiley auf Twitter.

Die zweifache Abweisung von Schwester Madleen ist kein Einzelfall: Auch andere katholische Ordensleute aus dem Irak sind bei ihrem Versuch, Großbritannien und andere westliche Länder zu besuchen, auf Probleme gestoßen.

Eine Ordensschwester von Madleen, Schwester Diana Momeka, wurde kürzlich ein Visum für einen Besuch in den Vereinigten Staaten verweigert, um vor dem Kongress auszusagen. Nach einem öffentlichen Aufschrei der amerikanischen Bevölkerung erhielt sie schließlich die Erlaubnis.

Im Jahr 2017 war das Sankt-Anselm-Institut, eine Theologieschule für Priester und Nonnen in Kent, gezwungen, nach Rom umzuziehen, nachdem es erhebliche Probleme mit dem Erwerb von Visa für ausländische Studenten hatte, berichtete der "Catholic Herald".

Das britische Innenministerium entzog der Schule die Lizenz für Visa, nachdem mehr als 10 Prozent der Anträge abgelehnt worden waren.

Begründet wurden die Ablehnungen Anträgen unter anderem damit, dass ein katholischer Priester unverheiratet sei - oder dass eine Ordensschwester kein persönliches Bankkonto habe.

Pater Kiely zufolge wurde auf diese Weise auch einer Nonne mit einem Doktortitel in Theologie von der Universität Oxford der Besuch in Großbritannien untersagt.

Im Jahr 2016 verweigerte Großbritannien drei Erzbischöfen aus dem Irak und Syrien die Einreise. Sie wurden zur Einweihung der Syrisch-Orthodoxen Kathedrale in London eingeladen und sollten sich mit Prinz Charles treffen, so der "Catholic Herald". Das Innenministerium sagte, es gebe erhebliche Bedenken, dass die drei nicht in der Lage sein würden, sich selbst zu versorgen.

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