Eritrea: Regierung beschlagnahmt katholische Schulen

Schulklasse in Afrika (Referenzbild)
Foto: Bill Wegener / Unsplas (CC0)
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Nach der Enteignung von Krankenhäusern und Apotheken beginnt die Regierung in Eritrea nun mit der Beschlagnahmung von Schulen, die von katholischen aber auch islamischen und protestantischen Gemeinden getragen werden.

Das berichtet das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke.

In den vergangenen zwei Jahren wurden 29 Kliniken verstaatlicht, und in den letzten Wochen sieben Schulen – davon vier katholische Einrichtungen.

Zu dieser erzwungenen Verstaatlichung äußerten sich nun auch eritreische Kirchenvertreter, darunter Erzbischof Mengistheb Tesfamariam von Asmara; Bischof Thomas Osman von Barentu; Bischof Kidane Yebio von Cheren und Bischof Fikremariam Hagos von Segheneyti. Die vier Prälaten schreiben in einem an den Bildungsminister Semere Re'esom gerichteten Brief:

"In Anbetracht dessen, dass die Maßnahmen, die gegen unsere Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen ergriffen werden, gegen das Gesetz verstoßen und die Religionsfreiheit sowie die Ausübung des Glaubens und die Mission und ihrer sozialen Dienste stark beeinträchtigen, fordern wir, dass die jüngsten Beschlüsse überprüft werden und die daraus resultierende Vorgehensweise unverzüglich gestoppt wird. "

"Wir bitten", schreiben die Prälaten, "dass alle Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen der Kirche, die uns als eritreischen Bürgern gehören, ihren kostbaren und hoch geschätzten Dienste für die Menschen fortsetzen dürfen. In Situationen, in denen Korrekturen oder Anpassungen erforderlich sind, befürworten wir als einzig gangbaren Weg die Suche nach Lösungen im Rahmen eines offenen und konstruktiven Dialogs."

Die Kirche sei stets zum Dialog bereit gewesen, so die Bischöfe. "Es war schon immer der Wunsch und die Absicht der Bischöfe der katholischen Kirche, sich mit den Regierungsbehörden zu treffen, um über Themen, die die Situation unserer Kirche und unseres Landes betreffen, einen Dialog zu führen. Leider ist haben die staatlichen Behörden unseren Wunsch bisher nicht berücksichtigt."

Trotz der Bereitschaft zum konstruktiven Dialog, verzichten die Bischöfe nicht darauf, "erneut gegen die willkürliche und einseitige Bestimmungen zu protestieren, die in letzter Zeit von der Regierung getroffen wurde". Denn die Rolle der Kirche bestehe darin, "das Wort der Erlösung zu verkünden und für die ganzheitliche Förderung des Menschen zu sorgen und damit für die Fürsorge für den Menschen an Leib und Seele, die wesentlicher Bestandteil dieses Auftrags ist. Deshalb engagieren wir uns auf den Gebieten Bildung, Gesundheit und soziale Entwicklung".

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