(UPDATE mit Video) Erschütterung, Anteilnahme, Aufruf zum Umdenken: Reaktionen auf Berlin

Die Gedächtniskirche in Berlin
Foto: CyberCop via Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
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(UPDATE 15:07 Uhr am 20.12. mit Reaktion der Kanzlerin, Video der Andacht in Berlin) Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx, hat sich am heutigen Dienstagmorgen zu dem mutmaßlichen Terror-Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt geäußert:

"Die Nachrichten aus Berlin haben mich tief erschüttert. Die Gewalt auf dem Weihnachtsmarkt ist das Gegenteil dessen, was die Besucher wollten. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Verletzten. Für alle werde ich beten. In dieser schweren Stunde für die Stadt Berlin und unser Land gilt es, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und zusammenhalten."

Die Reaktion des DBK-Vorsitzenden und Münchner Erzbischofs ist die jüngste einer Reihe von Stellungnahmen aus aller Welt – und Berlin selber. Erzbischof Heiner Koch lud zu Gebet und Schweigen der Trauer in die St.-Hedwigs-Kathedrale ein.  

Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg reagierte ebenfalls auf Twitter, im Gedenken der Opfer von Gewalt der vergangenen Tage erinnerte er an die Botschaft der Geburt Jesu Christi.

Regensburgs Bischof Rudolf Voderholzer rief zum gemeinsamen Gebet auf: 

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kündigte für 18 Uhr am heutigen Dienstag einen Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche an – unmittelbar am Ort der tödlichen Fahrt des Lastwagens. Nach Angaben des evangelischen Notfallseelsorgers Justus Münster waren 17 Kollegen vor Ort im Einsatz, berichtete der RBB.

Deutsche und weltweite Reaktionen 

Die Bundesregierung teilte mit, sie sei "erschüttert über die Ereignisse" in Berlin. Regierungssprecher Steffen Seibert: "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann". Für die Bundesbehörden ordnete Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am heutigen Dienstag Trauerbeflaggung an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wandte sich am Vormittag an die Öffentlichkeit.

"Dies ist ein sehr schwerer Tag. Ich bin wie Millionen von Menschen in Deutschland entsetzt, erschüttert und tieftraurig über das, was gestern Abend am Berliner Breitscheidplatz geschehen ist". "Zwölf Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten, Pläne für die Feiertage hatten - sie sind nicht mehr unter uns".

Eine grausame und letztlich unbegreifliche Tat habe ihnen das Leben geraubt, so die Kanzlerin. "Ich denke in diesen Stunden zuallererst an diese Menschen: An die Toten und die Verletzten, und an ihre Familien, Angehörigen und Freunde. Ich möchte, dass sie wissen: Wir alle, ein ganzes Land, ist mit Ihnen in tiefer Trauer vereint."

Merkel: "Die Tat wird aufgeklärt"

Merkel dankte den Rettungskräften und der Polizei für ihren Einsatz. Sie hätten im Schatten der Gedächtniskirche Dienst an ihren Mitmenschen getan. Sie denke auch an die Ermittler. Merkel zeigte sich überzeugt, dass die Tat aufgeklärt werde. "Und sie wird bestraft werden, so hart es unsere Gesetze verlangen".

Verlautbarungen und Reaktionen gab es auch von Staatschefs und Entscheidungsträgern aus aller Welt. Frankreichs Präsident Francois Hollande teilte mit: "Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft". Premierminister Bernard Cazeneuve stellte sich auf Twitter an "Deutschlands Seite":

US-Präsident Barack Obama verurteilte den mutmaßlichen Terror-Anschlag "auf das Schärfste" und betonte: "Wir stehen zusammen mit Berlin im Kampf gegen all diejenigen, die unsere Art zu leben und unsere Gesellschaft bedrohen." 

Der angehende Präsident der Vereinigten Staaten, Donald Trump, rief zu einem "Umdenken" auf: 

Österreichs Außenminister Sebastian Kurz drückte seine Anteilnahme aus.

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"Gleiche Vorgehensweise. Gleiche blinde Gewalt. Gleicher Hass auf glückliche Menschen": So reagierte der Bürgermeister von Nizza, Philippe Pradal. 

Am vergangenen 14. Juli hatte in ein Islamist einen Lastwagen in eine Menschenmenge auf der Promenade des Anglais gefahren und 84 Menschen getötet. 

Auch wenn die Frage, ob es sich bei dem gestrigen Blutbad um einen neuen islamistischen Terror-Anschlag handelt, noch offen ist, bezieht sich die britische Regierung auf ihrer Webseite für Reisende bereits darauf und warnt vor einer "hohen Terror-Bedrohung" in Deutschland.

Bereits seit November werden US-Staatsbürger, die nach Deutschland reisen, aufgefordert, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen wegen einer "erhöhten Terrorgefahr" durch Islamisten.