Erster in Mosambik geborener Kardinal stirbt im Alter von 97 Jahren

Kardinal Alexandre José Maria dos Santos (1924-2021)
Foto: Voice of America via Wikimedia (CC0)

Kardinal Alexandre José Maria dos Santos, der erste in Mosambik geborene Kardinal, ist im Alter von 97 Jahren gestorben.

Der katholische Geistliche hat sich während des blutigen Bürgerkriegs in Mosambik von 1977 bis 1992 für den Frieden eingesetzt. Als Gründungspräsident der Caritas Mosambik half er Flüchtlingen und Opfern von Gewalt.

Papst Franziskus würdigte den Kardinal in einem Beileidstelegramm an Erzbischof Francisco Chimoio, O.F.M. Cap, der seit 2003 Erzbischof von Maputo ist.

"Nachdem ich mit Trauer die Nachricht vom Tod von Bruder Kardinal Alexandre José Maria dos Santos erhalten habe, möchte ich den trauernden Familienangehörigen und all jenen, insbesondere in der Erzdiözese Maputo, die vom Dienst dieses Hirten profitiert haben, meine Solidarität bekunden."

Dos Santos starb am Abend des 29. September in Maputo, der Hauptstadt, in der er fast drei Jahrzehnte lang als Erzbischof tätig war.

Mosambiks Präsident Filipe Nyusi erklärte in den lokalen Medien, das Land habe "einen seiner besten Söhne verloren, der sich in der Welt durch sein Engagement für das Wohl der Menschheit auszeichnete, unabhängig von sozialem Status, Rasse oder jeder anderen Form von Unterscheidung".

Dos Santos wurde am 18. März 1924 in Zavala im Südosten Mosambiks geboren, zu einer Zeit, als das afrikanische Land noch eine Kolonie von Portugal war.

Im Alter von 23 Jahren studierte Dos Santos bei den Franziskanern in Portugal und wurde am 25. Juni 1953 zum Priester des Ordens geweiht, dem ersten einheimischen Priester Mosambiks. 

Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland wirkte Dos Santos als Seelsorger in den franziskanischen Missionen und wurde 1972 zum Ratsmitglied der mosambikanischen Provinz der Franziskaner ernannt.

Papst Paul VI. ernannte Dos Santos 1975 zum Erzbischof von Maputo, Monate bevor das südostafrikanische Land die formelle Unabhängigkeit von Portugal erlangte.

Als Erzbischof förderte Dos Santos Programme zur Unterstützung der Armen, der Flüchtlinge und der Opfer von Dürreperioden. Er gründete ein afrikanisches religiöses Institut für mosambikanische Mädchen und empfing Papst Johannes Paul II. bei seinem ersten Pastoralbesuch in Mosambik im Jahr 1988. Der heilige Papst aus Polen machte in diesem Jahr auch den ersten gebürtigen Mosambikaner zum Kardinal. 

(Papst Pius XII. erhob zwar Erzbischof Theodósio Clemente de Gouveia von Lourenço Marques, Mosambik, 1946 zum Kardinal. Dieser wurde jedoch auf Madeira, einer autonomen Region Portugals, geboren.)

Dos Santos blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 im Alter von 79 Jahren Erzbischof von Maputo. 

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Übersetzt und redigiert aus dem Original der CNA Deutsch-Schwesteragentur.