Erzbischof Heße: Familien sind Schlüssel für gelungene Integration von Migranten

"Der Einsatz für die Anliegen schutzsuchender Familien ist für Christen eine Herzenssache"

Die heilige Familie
Foto: Andrzejw via Pixabay

Die "Familie ist ein Schlüssel zu gelingender Integration": Das hat Erzbischof Stefan Heße von Hamburg betont. Der Vorsitzende der Migrationskommission der deutschen Bischofskonferenz sprach beim fünften "katholische Flüchtlingsgipfel" in Deutschland am gestrigen Mittwoch. Im Mittelpunkt des digital abgehaltenen Gipfels standen die Familien, denn der Einsatz für die Anliegen schutzsuchender Familien sei für Christen "eine Herzenssache", so Heße.

"Familie ist die grundlegende Form der Gemeinschaft, der Ort, an dem wir Menschlichkeit lernen. Sie ist ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung und die Stabilität einer Person und für das gesellschaftliche Zusammenleben. Um die Würde des Individuums zu schützen, müssen Staat und Gesellschaft zugleich auch das Wohlergehen der Familie fördern. Dies gilt, weil sie besonders verletzlich sind, gerade auch für Familien mit Flucht- und Migrationserfahrungen".

Die globale Lage von Migranten und Flüchtlingen habe sich während der Coronavirus-Pandemie nicht verbessert – vielmehr bestehe die Sorge, dass Hilfeleistungen eingeschränkt worden sind, so Heße.  

"Erst kürzlich meldete das Flüchtlingshilfswerk der UNHCR einen traurigen Höchststand: Fast 80 Millionen Menschen waren 2019 auf der Flucht, davon über die Hälfte Binnenvertriebene. Wir dürfen niemals die Menschen hinter diesen Zahlen vergessen: Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Familien – Menschen auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit und Würde."

Der Erzbischof dankte allen Engagierten. Von dem Gipfel gehe ein klares Signal aus, dass auch in Zeiten der Pandemie das Engagement weitergehe. Rund 150 eingeladene Engagierte und Experten nahmen nach Angaben der Bischofskonferenz an der Veranstaltung teil.

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