Erzbischof Schick: "Alle Christen müssen Klimaschützer sein"

Coronavirus-Pandemie sei "auch eine Folge von Umweltveränderungen" – Der "Lockdown" habe gezeigt: Jeder kann und muss Verzicht üben

Erzbischof Ludwig Schick
Foto: © Pressestelle Erzbistum Bamberg / Hendrik Steffens

Es darf "kein Zweifel" daran gelassen werden, dass jeder Christ ein Klimaschützer sein musse. Das hat Erzbischof Ludwig Schick von Bamberg gesagt. Die COVID-19-Pandemie sei zudem "auch eine Folge von Umweltveränderungen", und genauso wie die Coronavirus-Krise erfordere auch der Klimaschutz von jedem Einzelnen Verzicht und Einschränkungen, so der Erzbischof.

Die Schöpfung als Haus für die Menschheit müsse für alle Menschen aller Zeiten bewahrt werden, fährt Schick fort.

Von den Folgen des Klimawandels seien besonders die ärmsten Bewohner dieses Hauses in Afrika, Asien und Lateinamerika betroffen, so der Kirchenvertreter, der auch als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der deutschen Bischofskonferenz dient.

"Die Bewohner auf der sonnigen Dachterrasse eines Hochhauses können nicht sorglos und unbekümmert sein, wenn die Bewohner im Erdgeschoss von Hochwasser bedroht sind", so Schick.

"Es darf nicht sein, dass die Bewohner der oberen Etagen so viel Strom und Wasser verbrauchen, dass die Menschen unten im Dunkeln sitzen, hungern und frieren. Die Mitglieder einer Hausgemeinschaft haben alle gemeinsam Verantwortung füreinander."

Das gleiche gelte für alle Naturressourcen, die allen gemeinsam gehörten.

Nur durch eine "universale Solidarität" könnten die Menschen die derzeit stattfindende Zerstörung der Erde stoppen, so Schick weiter.

Die Beschränkungen des Lebens in der Pandemie hätten gezeigt, dass "die Menschen bei akuter Bedrohung von Gesundheit und Leben auch zu drastischen Einschränkungen bereit sind". Dabei sei Anfang April in Deutschland der CO2-Ausstoß um ein Viertel gesunken. Langfristig und für die nächsten Generationen sei die Gefahr für die Erde durch den Klimawandel weitaus größer als durch die jetzige Pandemie, warnte Schick.

Genauso wie die Corona-Krise erfordere auch der Klimaschutz von jedem Einzelnen Verzicht und Einschränkungen.

Die Warnung des Papstes vor einer "Globalisierung der Gleichgültigkeit" sei auch nach fünf Jahren immer noch aktuell.

Der Klimaerwärmung dürfe nicht als apokalyptischem Geschehen tatenlos zugesehen werden. Genausowenig dürfe man sich sorglos darauf verlassen, dass Gott es schon irgendwie richten werde, so Schick.

Die Bibel könne für niemanden als Rechtfertigung für die Ausplünderung der Natur und die Verschwendung von Ressourcen betrachtet werden. Die Schöpfung müsse als gemeinsames Haus aller Menschen für alle Zeiten gestaltet und erhalten bleiben.

Papst Franziskus habe mit seiner Enzyklika "Laudato Si" im Jahr 2015 das Thema Klimaschutz zum Dauerbrenner in der Kirche gemacht, so Schick. Es müsse ein Hauptanliegen der Christen sein, die Schöpfung zu bewahren.

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