Seligsprechung der jungen "Heldin der Keuschheit" Benigna Cardoso

Seligsprechung von Benigna Cardoso da Silva
Foto: Diözese Crato - Facebook
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In Anwesenheit von fast 60.000 Menschen wurde am Montag die Seligsprechung von Benigna Cardoso da Silva gefeiert. Benigna war 13-jähriges Mädchen, das in Brasilien geboren wurde und als "Heldin der Keuschheit" bekannt ist, da sie gestorben ist, um ihre Reinheit zu verteidigen.

Am 24. Oktober vertrat Kardinal Leonardo Steiner, Erzbischof von Manaus (Brasilien) Papst Franziskus und feierte die Heilige Messe zur Seligsprechung Benignas im Park Pedro Felício Cavalcanti in der brasilianischen Stadt Crato.

Benigna Cardoso da Silva wurde am 15. Oktober 1928 in Santana do Cariri im Bundesstaat Ceará geboren. Sie besuchte regelmäßig die Heilige Messe, las die Bibel und kümmerte sich großherzig um Bedürftige, insbesondere um ältere Menschen.

Am 24. Oktober 1941 verließ die 13-Jährige ihr Haus, um Wasser in einer abgelegenen Gegend zu holen. Dort lauerte ihr der junge Raimundo Raúl Alves Ribeiro auf, der sie bereits zuvor mehrmals sexuell bedrängt hatte. Sie hatte sich deshalb an ihren Pfarrer gewandt, der ihr riet, dem Jungen zu widerstehen.

Als sich Benigna nun an der Wasserstelle erneut Raimundo verweigerte, der sich auf sie stürzte und sie festhalten wollte, zog dieser eine Machete und stach vier Mal auf sie ein. Der letzte Stich in den Hals tötete sie sofort.

Laut Angaben von Vatican News brachten zwei von Benignas Schwestern und einige junge Menschen während der Seligsprechungszeremonie die Reliquie der Seligen zum Altar, während die fast 60.000 Anwesenden eine ihr zu Ehren komponierte Hymne sangen.

Auf den von der Diözese Crato veröffentlichten Fotos der Seligsprechung sind viele der anwesenden Frauen und vor allem Mädchen in Kleidern zu sehen, die denen ähneln, die die Selige am Tag ihres Martyriums trug.

Zu Beginn der Heiligen Messe verlas Kardinal Steiner das Apostolische Schreiben, in dem Papst Franziskus sich auf Bitten der Bischöfe bereit erklärt, Benigna zur Seligen zu erklären und festlegt, dass ihr liturgischer Gedenktag am 24. Oktober gefeiert werden soll.

In seiner Predigt erinnerte der Kardinal daran, dass die junge Selige "den Weg (zum Wasser) kannte, um den Durst zu stillen, den Menschen zu Hause zu dienen, die Pflanzen zu gießen", und dass "ihre Liebe, ihre Barmherzigkeit sie in den Märtyrertod geführt hat."

In Bezug auf ihr Martyrium erinnerte er daran, dass "der Ort des Wassers, des Lebens, zu einem Ort der Aggression, der Gewalt und des Todes wurde".

"Ort des Todes, Quelle des Widerstands, der Transparenz, der Stärke, der Würde. An der Quelle gibt Benigna ihr Leben aus Treue zu Jesus hin", so der Prälat.

Zu den Umständen ihres Todes sagte er, dass die selige Benigna Licht in einen sozialen Kontext bringe, in dem Frauen ermordet und Kinder misshandelt werden. In diesem Sinne bekräftigte Kardinal Steiner, dass die neue Selige ein Beispiel für die Verteidigung der Würde der Frau in unserer Zeit sei: "Heute preisen wir Gott für das Leben und Zeugnis jener, die durch das Martyrium für die Kirche zur Seligen wurde, zum Vorbild und zur Verteidigerin der Würde der Frau."

"Sie ist ein Beispiel für die Nicht-Unterwerfung der Frau, Verteidigerin ihrer eigenen Stärke und ihres eigenen Wertes, der Würde und Schönheit, der Sexualität und Mutterschaft, der Kraft und Zärtlichkeit. Sie zog den Tod der Leidenschaft vor, sie zog den Tod der Verletzung ihrer Würde vor", fügte er hinzu.

Der Kardinal betete auch dafür, dass das Zeugnis Benignas zur Bekehrung der Seelen und zur Sorge für die Kinder und Familien beitrage. "Benigna ermutigt uns, ein familiäres und soziales Umfeld der Fürsorge, des Respekts und der Würde unter uns zu schaffen. Heldin der Keuschheit! Möge ihre heilige Seele diese Gemeinde bekehren und Schutz für die Kinder und Familien sein", betonte er.

Kardinal Leonardo Steiner wies darauf hin, dass die Stadt Crato am gleichen Tag der Seligsprechung ein Gericht gegen häusliche und familiäre Gewalt geschaffen habe. Abschließend erinnerte der Kardinal an einen beliebten brasilianischen Priester namens Cícero, der am 20. August 2022 von Papst Franziskus zum Diener Gottes ernannt wurde.

"So wie dieses Mädchen standhaft war, möge auch der Priester Cícero uns helfen, beharrlich zu sein und unseren Glauben an Jesus nicht aufzugeben", ermutigte er.

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