Feuer beschädigt Kapelle und zerstört Pfarrbüro in US-Bundesstaat North Carolina

Unsere Liebe Frau von Lourdes in Monroe (North Carolina) nach dem Brand am 28. Juli 2020.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung

Als Pfarrer Benjamin Roberts am Montagmorgen (Ortszeit) zu seiner Kirche Unsere Liebe Frau von Lourdes kam, bereit, die tägliche Messe zu feiern, stellte er fest, dass das Pfarramtgebäude bis auf die Grundmauern niedergebrannt war.

Das berichtet die "Catholic News Agency", die englischsprachige Schwesteragentur von CNA Deutsch.  

Das Feuer hat das Pfarrbüro seiner historischen katholischen Kirche in Monroe, North Carolina zerstört. Obwohl der Schaden beträchtlich ist, ist der Pfarrer der Kirche dankbar, dass der Brand weder das Hauptheiligtum noch das Allerheiligste Altarsakrament erreicht hat.

Pater Roberts war erschüttert, aber er beschloss, die geplante Messe unter freiem Himmel in der Felsgrotte zu feiern.

"Ich sagte den Leuten: Ich habe nicht viele Informationen, und ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich [noch] nichts fragen würden (...). Aber ich brauche den Trost der Eucharistie", sagte er gegenüber CNA.

In der Predigt sagte Roberts, er wolle seine Gemeindemitglieder daran erinnern, dass, obwohl das alte Kirchengebäude beschädigt wurde, Gott immer noch in der Gemeinschaft seines Volkes gegenwärtig ist.

Der Priester sagte, die Ermittler hätten ihm gesagt, dass die Ursache des Brandes vom 28. Juli noch "nicht geklärt" sei, aber aller Wahrscheinlichkeit nach handle es sich um einen Unfall und nicht um Brandstiftung. Ein endgültiger Befund steht noch aus. Verletzt wurde niemand.

"Ich war erleichtert zu hören, dass es keine Beweise für Brandstiftung oder etwas anderes gab. Wir hatten keine Drohungen erhalten, aber es gab so viele [Brandstiftungen] im ganzen Land und auf der ganzen Welt, das war für mich eine große Sorge", sagte Roberts gegenüber CNA. 

Unter den beim Brand zerstörten Gegenständen befanden sich zwei verzierte Kelche, die beide von besonderer Bedeutung für Roberts waren - einen davon hatte er bei seiner Priesterweihe erhalten, den anderen hatte er in Spanien gekauft, als er einen Teil des Jakobsweges fertiggestellt hatte.

Das Feuer in North Carolina folgt auf eine Flut von Brandanschlägen und weiteren Angriffen gegen Kirchen, besonders in den USA und Europa.

Die katholische Gemeinde in der Pfarrei Maria Friedenskönigin in Ocala, Florida, baut ihr Gotteshaus wieder auf, nachdem die Kirche Anfang dieses Monats in Brand gesteckt und ein Mann aus Florida wegen Brandstiftung angeklagt wurde.

Ein Mann auf der Karibikinsel St. Lucia versuchte am Sonntag, ein Kruzifix vor einer katholischen Kirche in Brand zu stecken, während die Gemeindemitglieder im Inneren des Gebäudes die heilige Messe feierten.

Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter hat zugegeben, am 18. Juli in der Kathedrale von Nantes in Frankreich ein Feuer gelegt zu haben, und wurde wegen Brandstiftung angeklagt.

Eine weitere mögliche Brandstiftung ereignete sich in Kalifornien, wo ein Feuer in der Kirche der Mission Erzengel Gabriel in Los Angeles in den Morgenstunden des Samstags, 11. Juli, wütete. Dieses Feuer wird nun mit Verdacht auf Brandstiftung untersucht.

Pater Benjamin Roberts in North Carolina sagte, vor diesem Hintergrund sei er fast ein wenig erleichtert. Auch wenn nicht nur an den Pfarrbüros, sondern auch an der ursprünglichen Kirche einige Schäden entstanden seien. Das Hauptfenster mit Glasmalerei in der Kapelle über dem Altar wurde zerstört.

Das ursprüngliche Heiligtum der Muttergottes von Lourdes war eine der ältesten katholischen Kirchen in der Gegend.

Vor der Coronavirus-Pandemie wurde dieses kleinere Gotteshaus als Kapelle für die tägliche Messe genutzt. Die Hauptkirche liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Wegen der Einschränkungen durch den Coronavirus hatte Roberts bereits alle Tages- und Sonntagsmessen unter freiem Himmel in der Grotte der Pfarrei gefeiert, die keinen Schaden erlitt.

Zum Zeitpunkt des Brandes, so Roberts, befand sich das Allerheiligste Sakrament nicht im Tabernakel der Kapelle. Der Priester habe es in das Hauptgebäude der Kirche gebracht, das ebenfalls unberührt geblieben sei.

Dennoch sagte Roberts, dass er, als er die zerstörten Kelche fand, ein ungewöhnliches Gefühl des Friedens empfand, da er erkannte, dass sein Priestertum weit mehr wert war als diese sakramentalen Gegenstände.

"Es gab heute dieses unerklärliche Gefühl des Friedens... die Gegenwart des Herrn anzuerkennen und den nächsten Schritt und den Schritt danach tun zu wollen. Es ist eine wunderbar unterstützende Gemeinschaft hier."

Das könnte Sie auch interessieren: