Kommunistische Ikone – und Katholik? Zum Tod von Fidel Castro

Fidel Alejandro Castro Ruz.
Foto: WikiImages via Pixabay
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(Update 15:00 Uhr mit Meldung des Beileidstelegramms des Papstes)

Als Papst Franziskus einen alten, kranken Fidel Castro im September 2015 traf, war dieser nur noch ein Schatten des berühmt-berüchtigten Abziehbildes vom starken Guerillero mit Vollbart, der einst das Land in einer kommunistischen Revolution blutig eroberte und dann fünfzig Jahre beherrschte.

Am gestrigen Freitag ist Fidel Castro im Alter von 90 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Bruder Raul, mittlerweile – seit 2006 – neuer Staatschef auf Kuba.

Papst Franziskus teilte am heutigen Samstag in einem Telegramm an Raul Castro mit, er bete für den Verstorbenen. Der Pontifex weiter: Er kondoliere "der Familie, der Regierung und dem Volk dieser geliebten Nation“. 

Fidel Castro, der getaufte Katholik und ehemalige Jesuitenschüler, Sprössling einer wohlhabenden Familie, mutierte in seiner Zeit als Jura-Student zum Atheisten und marxistisch-leninistischen Rebellen, bevor er sich selber zur vermeintlichen Ikone als "Maximo Lider" machte.

Aber starb der kommunistische Despot als gläubiger Katholik?

Immer wieder kam es in Castros politischem Leben zu Begegnungen mit gläubigen Katholiken und Kontakten zu Vertretern der Kirche – vor allem in seinen späteren Jahren, und nach dem Zusammenbruch seines Geldgebers und Unterstützers, der Sowjetunion. In den 1960er Jahren vertrieb der Revolutionär noch tausende Priester und Nonnen von der Insel. 1998 traf Castro sich mit dem heute heiligen Papst Johannes Paul II.

Viereinhalb Stunden mit der katholischen Bischofskonferenz 

Nicht nur mit ihm ließ sich der Machthaber in den letzten Jahrzehnten blicken. Als Castro einmal die Vertreter der regionalen Bischofskonferenz nach Havanna einlud, wurde es ein langer Abend: Viereinhalb Stunden verbrachte Castro mit den Bischöfen. 

Nach seinem persönlichen Gespräch mit Papst Benedikt XVI. im Jahr 2012 schickte ihm der heutige Papa emeritus – berichtet CNA-Vatikanist Andrea Gagliarducci – sein Buch "Einführung in das Christentum", weil ihn der begeisterte Bücherfreund Castro darum gebeten hatte.

Nach dem Treffen mit Papst Franziskus am 21. September vergangenen Jahres sprachen die beiden Männer, zusammen mit Castros Frau Delia und ihrem Sohn Alejandro, über das Vater Unser, heißt es.

Ob sich der kommunistische Diktator auf dem Sterbebett zu Gott bekehrte und seine Sünden bereute, ist unbekannt. Dafür beten kann jeder Christ – auch jene vielen Katholiken, die unter Castros Herrschaft litten.

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