Franziskus: Nichts kann die Taufe löschen, deshalb gibt es sie nur einmal

Papst Franziskus tauft 26 Kinder in der Sixtinischen Kapelle am 10. Januar 2016
Foto: Vatican Media
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Nichts und niemand kann einem Menschen die Taufe wieder nehmen, so Papst Franziskus am heutigen Mittwoch. Deshalb lasse die Kirche das Spenden dieses Sakraments nur einmal zu.

"Die Taufe wird nicht wiederholt, weil sie ein unauslöschliches spirituelles Zeichen prägt: Dieses Zeichen wird niemals durch irgendeine Sünde ausgelöscht, obwohl die Sünde die Taufe davon abhält, die Frucht der Erlösung zu bringen", sagte der Papst während seiner Generalaudienz am 9. Mai.

So wie Eltern dank Gott ihren Kindern irdisches Leben geben, spendet die Kirche durch die Taufe ein geistiges Leben, indem sie jeden Menschen durch Jesus Christus zu einem Kind Gottes macht, erklärte der Papst.

Im Moment der Taufe sage Gott jedem: "Du bist mein geliebtes Kind."

"Diese väterliche Stimme, die für das Ohr nicht wahrnehmbar, aber für die Gläubigen gut hörbar ist, begleitet uns unser ganzes Leben lang, ohne uns zu verlassen", sagte er und fügte hinzu, dass die Kirche deshalb an nur eine Taufe für das Heil der Erlösung glaubt.

Diese Zugehörigkeit durch die Taufe "ist etwas, das man nie verliert", sagte Franziskus, selbst wenn eine Person schwerste Sünde begehe, wie Mord: sie bleibe weiter ein Kind Gottes und seiner Kirche.

Obwohl jeder ein Sünder ist und ein großes Bedürfnis besteht, sich im Leben eines jeden Menschen zu bekehren, "lehnt Gott niemals seine Kinder ab", sagte er und forderte die Menge auf, den Satz mit ihm laut zu wiederholen.

Im Gespräch mit Pilgern, die trotz angekündigten Regens auf dem Petersplatz versammlet waren, setzte der Papst seine Katechese über die Taufe fort und konzentrierte sich in dieser Woche auf den Moment, in dem ein Mensch tatsächlich getauft wird, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Er verwies dann auf die Bibelstelle im Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 6,3-5):

"Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein."

Das Taufbecken ist der Ort, wo man tatsächlich mit Christus aufsteht, sagte Papst Franziskus. Er fügte hinzu, dass in der Taufe "der alte Mann begraben ist mit seinen täuschenden Leidenschaften, so dass er als neues Geschöpf wiedergeboren wird".

Die Wiedergeburt des Menschen als eine neue Schöpfung fordert dann natürlich, "dass der durch Sünde verdorbene Mensch zu Staub zerfällt", betonte der Ponitfex. Um in den Leib Christi durch die Taufe eingegliedert zu werden, müsse man sich auch zu ihm passen, sagte Franziskus und fügte hinzu, dass das Wirken des Heiligen Geistes während des Abendmahls den Menschen reinigt, heiligt und rechtfertigt, um ihn in einen mit Christus verbundenen Körper zu bringen .

Diese Dynamik drückt sich aus, wenn der Priester den Getauften mit Öl salbt, nachdem er den Satz ausgesprochen hat: "Gott selbst weiht dich mit dem Heils-Heiland ein, so dass du für immer in Christus eingegliedert bist, Priester, König und Prophet ewiges Leben."

Papst Franziskus schloss seine Ansprache damit, den Gläubigen ans Herz zu legen, dass die Berufung eines Katholiken in der Notwendigkeit zusammengefasst werden könne, in Einheit mit Jesus Christus und seiner Kirche zu leben, "um dieselbe Mission in dieser Welt zu erfüllen und Früchte zu bringen, die für immer bestehen."

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original.

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