Franziskus: Wir sind alle "Kinder desselben Gottes"

Papst Franziskus wäscht Migranten und Flüchtlingen die Füße am Gründonnerstag, 24. März 2015
Foto: L'Osservatore Romano

Am Gründonnerstag hat Papst Franziskus Migranten und Flüchtlingen, darunter drei Muslimen und einem Hindu, in einem römischen Vorort die Füße gewaschen. Dabei rief er zu Brüderlichkeit auf, und kontrastierte diese mit den Anschlägen von Brüssel.   

Jesus und seine Geste der Bruderschaft

"Heute, jetzt gerade, wenn ich die gleiche Geste wie Jesus vollziehe, indem ich Euch 12 die Füße wasche, vollziehen wir alle die Geste der Bruderschaft", sagte Franziskus.

"Wir sind unterschiedlich, wir sind einzigartig. Wir haben verschiedene Kulturen und Religionen, aber wir sind Brüder und wollen in Frieden leben," sagte der Papst. Er fügte hinzu: "Jeder von Euch hat eine eigene Geschichte. Viele Kreuze, viele Schmerzen, aber auch ein offenes Herz, dass Bruderschaft will."

Mehrzahl der Migranten sind Muslime

Franziskus sprach mit knapp 900 Migranten und Flüchtlingen, die in einem Auffanglager in Castelnuovo di Porto untergebracht sind. Die meisten sind Muslime und kommen aus Ländern südlich der Sahara. Nur eine kleine Minderheit sind Christen; die meisten von ihnen Kopten oder Protestanten.

Der Papst feierte vor Ort im Lager die Heilige Messe; in vergangenen Jahren hatte Franziskus sie am Gründonnerstag in Gefängnissen und Reha-Zentren zelebriert. Er wusch elf Migranten die Füße, sowie einem freiwilligen Helfer. Drei waren koptische Frauen aus Eritrea, vier waren junge Katholiken aus Nigeria, drei waren Muslime, und einer war ein junger Hindu aus Indien. 

"Kinder desselben Gottes"

Mit Blick auf die versammelten Menschen verschiedener Kultur und Religion sagte Franziskus: "Muslime, Hindus, Katholiken, Kopten, Evangelikale, aber Brüder. Kinder desselben Gottes, die in Frieden leben wollen, integriert."

Doch gebe es auch die andere Geste, die des Kriegs und der Zerstörung, so der Papst in seiner Predigt, und erwähnte den Angriff des Islamischen Staates auf Brüssel am 22. März. Dies sei ein Beispiel für Menschen, die "nicht in Frieden leben" wollten; und wie bei Judas - so Franziskus mit Blick auf das Tagesevangelium - "stecken andere dahinter". Der Papst wörtlich: Hinter dem Terror-Angriff in Brüssel "stecken Hersteller, Waffenhändler die Blut wollen, nicht Frieden".

Im Kontrast dazu habe Jesus den Jüngern die Füße gewaschen, statt wie Judas seinen Freund für Geld zu verkaufen. Franziskus ermutigte die Zuhörer, in "ihrer eigenen religiösen Sprache" zu Gott zu beten, "damit diese Bruderschaft die Welt infiziert. So dass es nicht 30 Münzen dafür geben wird, unseren Bruder zu töten, denn es wird immer eine Bruderschaft und das Gute geben. So soll es sein", so der Papst.

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