Generaloberer der Jesuiten: Der Teufel ist eine "symbolische Realität"

Pater Arturo Sosa SJ, Generaloberer der Jesuiten, vor der Feier der heiligen Messe in der Kirche "Gesu" in Rom am 15. Oktober 2016
Foto: GC36 via Flickr
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Der Generalobere der Jeusiten hat am gestrigen 21. August gesagt, dass der Teufel ein Symbol sei, aber keine Person.

Der Teufel "existiert als das personifizierte Böse in verschiedenen Strukturen, aber nicht in Personen, weil keine Person, sondern eine Art, Böses zu tun. Er ist nicht eine Person wie eine menschliche Person. Es ist eine Art des Bösen, im menschlichen Leben präsent zu sein", so Pater Arturo Sosa SJ in einem Interview mit dem italienischen Magazin "Tempi".

"Das Gute und das Böse sind in einem permanenten Krieg im menschlichen Gewissen und wir haben Arten, dies auszudrücken. Wir erkennen Gott als gut, völlig gut. Symbole sind Teil der Realität, und der Teufel existiert als symbolische Realität, nicht als persönliche Realität", fügte er hinzu.

Sosa sprach nach seiner Teilnahme an einer Podiumsdiskussion einer katholischen Veranstaltung in Rimini, organisiert von der Bewegung Comunione e Liberazione (CL) – zu Deutsch "Gemeinschaft und Befreiung".

Der Katechismus der Katholischen Kirche lehrt, dass der "Satan oder Teufel (...) zuerst ein von Gott geschaffener guter Engel war. 'Die Teufel und die anderen Dämonen wurden zwar von Gott ihrer Natur nach gut geschaffen, sie wurden aber selbst durch sich böse'". 

Dazu zitiert der Katechismus das Evangelium nach Johannes: "Der Teufel ist Sünder von Anfang an", "der Vater der Lüge".

Die Engel, so der Katechismus weiter, sind "geistige, körperlose Wesen", die als "rein geistige Geschöpfe" auch "Verstand und Wille" haben.

Der 70 Jahre alte Sosa stammt aus Venezuela und wurde im Jahr 2016 zum Generaloberen der Jesuiten gewählt. Er hat einen Abschluss in Philosophie und einen Doktortitel als Politikwissenschaftler. Von 1996 bis 2004 diente er als Oberer der Jesuiten Venezuelas. Seit 2014 ist Sosa in der Verwaltung der Jesuiten in Rom tätig.

Der oberste Jesuitenpater hat nicht zum ersten Mal mit umstrittenen Aussagen über den Teufel eine Kontroverse ausgelöst. Im Jahr 2017 sagte Sosa, "wir haben symbolische Gestalten geschaffen, wie den Teufel, um das Böse auszudrücken".

Angesichts der Empörung, die seine damaligen Aussagen auslösten, hatte ein Sprecher für Sosa gegenüber dem "Catholic Herald" gesagt:  

"Wie alle Katholiken bekennt und lehrt Pater Sosa, was die Kirche bekennt und lehrt. Er hat nicht eine Reihe von Überzeugungen, die andere sind als die, welche der Lehre der katholischen Kirche entsprechen."

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