Gottes Barmherzigkeit nicht "ausnutzen" und der Märtyrer gedenken, mahnt Papst Franziskus

"Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft": Papst Franziskus beim Gebet des Angelus aus dem Fenster des Apostolischen Palastes
Foto: Daniel Ibanez / CNA Deutsch
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Mit einer Warnung zur Umkehr und davor, Gottes Barmherzigkeit nicht rechtzeitig zu erbitten hat Papst Franziskus beim Angelus die Katholiken konfrontiert. Und er betete für die ermordeten Missionare und die neuen Märtyrer des christlichen Glaubens, unter anderem in Nigeria.

Die Barmherzigkeit Gottes ist keine Einladung zur "geistlichen Faulheit", sondern erfordert eine aufrichtige und schnelle Antwort von denen, die in der Heiligkeit wachsen wollen. Das sagte Papst Franziskus am heutigen 24. März zu den auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen.

"Trotz der Kargheit, die manchmal unsere Existenz kennzeichnet, hat Gott Geduld und bietet uns die Möglichkeit, uns zu ändern und Fortschritte auf dem Weg des Guten zu machen", sagte der Papst am 24. März, in der Mitte der Fastenzeit.

Allerdings sei die Chance auf Bekehrung nicht grenzenlos, warnte der Papst.

"Wir können uns stark auf Gottes Barmherzigkeit verlassen, aber ohne sie zu missbrauchen. Wir dürfen keine geistliche Faulheit rechtfertigen, sondern müssen unsere Verpflichtung verstärken, unverzüglich auf diese Barmherzigkeit mit Aufrichtigkeit des Herzens zu reagieren", so Franziskus.

In seiner Ansprache zum Engel des Herrn betrachtete Papst Franziskus den Aufruf zur Bekehrung. Er bediente sich dabei des Gleichnisses vom Feigenbaum im Evangelium des Tages – in Lukas 13,1-9.

Darin beschließt ein Mann, einen Feigenbaum in seinem Weinberg zu fällen. Der Grund: Seit drei Jahren trägt der Baum keine Früchte mehr. Der Bauer will die wenigen Ressourcen des Landes nicht nutzlos vergeuden.

Aber als der Mann mit dem Bauern darüber spricht, der im Weinberg arbeitet, bittet dieser ihn, noch ein Jahr zu warten, und dass er in dieser Zeit das Land um den Feigenbaum herum kultivieren und düngen wird, damit er in Zukunft die Möglichkeit hat, Früchte zu tragen.

"Was bedeutet dieses Gleichnis?" fragte Franziskus. Der Landbesitzer repräsentiert Gott den Vater, und der Bauer ist Jesus, während der Feigenbaum "ein Symbol für gleichgültige und trockene Menschheit ist", sagte der Papst. Wie der Bauer interveniere Jesus Christus im Namen der Menschheit und bitte um etwas mehr Zeit, damit "die Früchte der Liebe und Gerechtigkeit" wachsen können.

Die Warnung ist klar: Wer sich nicht bemüht, als Katholik zu leben, der wird geistig steril. Diesem Zustand der "geistigen Unfruchtbarkeit" wird durch die große Liebe des Bauern zum Feigenbaum entgegengewirkt. Papst Franziskus: "Er hat Geduld, er weiß, wie man wartet, er widmet seine Zeit und seine Arbeit der Sache. Er verspricht seinem Meister, sich besonders um den unglücklichen Baum zu kümmern."

Franziskus weiter: Dieses Gleichnis "offenbart die Barmherzigkeit Gottes", die uns Zeit für die Umkehr gebe. Aber nicht unbegrenzt Zeit.

Insbesondere die Fastenzeit ist eine Zeit, in der der Herr seine Kinder zur Bekehrung einlädt, sagte der Papst am Petersplatz. Er fügte hinzu:

"Jeder von uns muss sich durch diesen Aufruf herausgefordert fühlen, indem er etwas in seinem Leben korrigiert, in seiner eigenen Art zu denken, zu handeln und die Beziehungen zu anderen zu leben".

Abschließend bat der Papst die Selige Jungfrau Maria, den Katholiken dabei zu "helfen", die Fastenzeit "als eine Zeit der geistlichen Erneuerung und der vertrauensvollen Offenheit für die Gnade Gottes und für seine Barmherzigkeit" zu leben.

Nach dem Angelus betete Papst Franziskus für den Erfolg der seit Ende Februar in Nicaragua laufenden Gespräche und die Lösung der "schweren gesellschaftspolitischen Krise des Landes".

Franziskus würdigte auch, dass die Kirche in Italien den "Tag des Gedenkens an die missionarischen Märtyrer" feierte, sowie die vielen Bischöfe, Priester, Ordensschwestern und Laien, die Opfer von anti-christlicher Gewalt geworden sind.

Vierzig Missionare wurden 2018 getötet, so Papst Franziskus. Die Zahl sei fast doppelt so hoch ist wie die Zahl der im Vorjahr getöteten Missionare.

Es ist "eine Pflicht der Dankbarkeit" für die ganze Kirche, sich an das Opfer derer zu erinnern, die für ihren Glauben an Jesus getötet wurden, auch in diesen Zeiten, mahnte der Papst die Gläubigen.

Mit Blick auf die jüngsten Angriffe von Islamisten auf Christen in Nigeria und die neuen Toten Mali - offenbar von Milizen ermordete Muslime - betete der Papst auch ein "Ave Maria" für alle Getöteten, die Verwundeten und ihre Familien. Und er betete für die Bekehrung der Herzen.

Hannah Brockhas trug zur Berichterstattung bei.

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