"Haiti ist ein gescheiterter Staat": Bischöfe rufen zu drei Tagen Gebet und Fasten auf

Kind in Haiti
Foto: Tim Trad / Unsplash (CC0)

In einer Botschaft zum Abschluss ihrer Vollversamlung hat die Bischofskonferenz von Haiti Besorgnis über die Gewalt im Land ausgedrückt und erneut einen Wandel gefordert. Die Bischöfe laden alle Pfarreien ein, vom 5. bis 7. Dezember "Gebet, Fasten und Fürbitte für die Bekehrung und für die Befreiung des Landes" abzuhalten. 

Das Presseorgan der Päpstlichen Missionswerke sprach mit dem Missonar und Redemptoristen-Pater Renold Antoine über die Lage im Land.

"Chaos und Anarchie prägen das Straßenbild. Viele Unternehmen im ganzen Land arbeiten mit halber Belegschaft. Das Leben ist mancherorts unmöglich", so der Pater.

"Die Bevölkerung verliert die Hoffnung, es scheint keinen Ausweg zu geben, aber als Kirche verkünden wir weiterhin Christus den Erlöser!"

Haiti war bereits seit Jahren das ärmste Land der Karibik. Sechzig Prozent der Menschen dort leben von weniger als 2 US-Dollar pro Tag. Doch angesichts der jüngsten Gewalt und massiven Korruption hat der Präsident der benachbarten Dominikanischen Republik, Luis Albinader, nun festgestellt: "Haiti als Staat ist gescheitert". 

Albinader schließt indessen aus, dass sein Land Haiti helfen kann: "Wir können Haiti nicht helfen, auch wir sind ein Land mit zu vielen Problemen, um uns um ein anderes ärmstes Land zu kümmern."

Pater Antoine bekräftigt gegenüber "Fides": "Es herrscht allgemeine Korruption, die sich im Land wie ein Krebsgeschwür ausbreitet. Wir sehen eine Zunahme von Raubüberfällen, organisierten Verbrechen und Entführungen von Menschen. Immer mehr bewaffnetee Gruppen treiben in den Armenvierteln ihr Unwesen."

"Viele Menschen verlieren die Hoffnung, weil es keinen Ausweg zu geben scheint, um diese chaotische Situation zu überwinden. Als Ortskirche verkünden wir aber weiterhin Christus, unseren Erlöser. Gleichzeitig laden wir die Verantwortlichen ein, gemeinsam nach geeigneten Lösungen zu suchen, um das Land aus diesem Labyrinth herauszuholen, da keine bestimmte Gruppe diese akute Krise, die das Land durchmacht, alleine und auf wundersame Weise lösen kann."

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