Hubble-Gesetz soll Namen katholischen Priesters erhalten

Astronomen empfehlen, die Hubble-Konstante umzubenennen, um den belgischen Geistlichen Georges Lemaitre zu ehren.

Die Galaxie M74
Foto: NASA/ESA/Hubble Collaboration
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Die Internationale Astronomische Union hat für eine Empfehlung gestimmt, das Hubble-Gesetz in Hubble-Lemaître-Gesetz umzubenennen, um die Beiträge des belgischen Priesters und Astronomen Georges Lemaître zur wissenschaftlichen Theorie der Expansion des Universums zu würdigen.

"Um die intellektuelle Integrität und die höchst bedeutsame Entdeckung von Georges Lemaître zu würdigen, möchte die IAU gerne empfehlen, die Erweiterung des Universums als Hubble-Lemaître-Gesetz zu bezeichnen", erklärte der Verband am 29. Oktober.

Pater Georges Lemaître, der 1966 starb, war ein Physiker und Mathematiker, dem die Entwicklung der Urknalltheorie zur Erklärung des physikalischen Ursprungs des Universums zugeschrieben wird.

Das Hubble-Gesetz beschreibt, wie sich Objekte im expandierenden Universum mit einer Geschwindigkeit voneinander wegbewegen, die proportional zu ihrem Abstand ist.

Eine Resolution zur Umbenennung des Gesetzes wurde auf der 30. Generalversammlung der IAU im August in Wien vorgestellt und diskutiert.

"Diese Resolution wurde vorgeschlagen, um sowohl Lemaître als auch Hubble für ihren grundlegenden Beitrag zur Entwicklung der modernen Kosmologie zu würdigen", stellte die IAU fest.

Die IAU ist eine internationale Organisation von professionellen Astronomen und die international anerkannte Behörde für die Benennung von Himmelskörpern.

Mehr als 11.000 Mitglieder konnten über die Resolution abstimmen. 4.060 Mitglieder stimmten ab, 78 Prozent stimmten der Resolution zu, 20 Prozent lehnten ab und zwei Prozent enthielten sich.

Alle Mitglieder, zu denen mehr als 10.000 Personen gehören, wurden bis zum 26. Oktober zur elektronischen Abstimmung eingeladen.

Lemaître veröffentlichte 1927 ein Papier, in dem er über die Geschwindigkeit der Expansion des Universums berichtet, aber "die begrenzte Popularität des Journals, in dem Lemaître's Papier erschien und die verwendete Sprache, führte dazu, dass seine bemerkenswerte Entdeckung weitgehend unbemerkt von der astronomischen Gemeinschaft blieb", so die Resolution.

In der Resolution wurde auch festgestellt, dass Lemaître, seit 1925 Mitglied der IAU, 1928 auf der dritten IAU-Generalversammlung in Leiden mit Hubble einen Meinungsaustausch über die Rotverschiebung führte.

Pater Lemaître war auch ehemaliger Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

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