"Ich tötete ihn, weil er das Evangelium verkündete", sagt Mörder von Seminarist

Der nigerianische Seminarist Michael Nnadi
Foto: Mit Genehmigung

Ein Mann, der von sich sagt, der Mörder des nigerianischen Seminaristen Michael Nnadi zu sein, hat in einem Interview angegeben, dass er den angehenden Priester tötete, weil dieser nicht aufhörte, den christlichen Glauben zu verkünden.

Das berichtet die "Catholic News Agency" (CNA).

Mohammed M., der sich im Gefängnis befindet, gab am Freitag ein Telefoninterview. Darin sagt der mutmaßliche Täter, er habe den 18-jährigen Katholiken getötet, weil dieser auch seinen Entführern gegenüber "weiterhin das Evangelium von Jesus Christus" verkündet habe.

Der mutmaßliche Mörder führte das Interview mit der nigerianischen Zeitung "Daily Sun".

Der Zeitung zufolge lobte Mohammed M. den getöteten Seminaristen für seine "herausragende Tapferkeit" und dass der angehende Priester ihm "ins Gesicht sagte, er solle seine bösen Wege ändern" – sonst werde er untergehen.

Michael Nnadi war mit drei weiteren – inzwischen freigekommenen – Seminaristen am 8. Januar entführt worden. Bei den anderen handelt es sich um Pius Kanwai, 19, Peter Umenukor, 23, und Stephen Amos, 23.

Die angehenden Priester waren am 8. Januar gegen 22.30 Uhr vom Good Shepherd Seminary in Kaduna von bewaffneten Eindringlingen entführt worden

Der erste Seminarist war bereits am 18. Januar freigelassen worden, wie CNA Deutsch unter Berufung auf ACI Africa berichtete. Er wurde am Straßenrand des Abuja-Kaduna-Zaria-Expressway abgeladen, von vorbeifahrenden Autofahrern gerettet und in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde er auf der Intensivstation behandelt.

Fast 270 Seminaristen leben in der Unterkunft des Seminars, in unmittelbarer Nähe des – laut einem Bericht der "AFP" – für Entführungen "berüchtigten" Abuja-Kaduna-Zaria-Expressway. Im vergangenen Oktober wurden Schülerinnen und Mitarbeiter eines Internats, das ebenfalls in der Nähe der Autobahn liegt, entführt und später freigelassen wurden.

Mohammed M., 26 Jahre alt, identifizierte sich als Anführer einer 45-köpfigen Bande, die entlang der Autobahn Verbrechen begehe. Er gab das Interview aus einem Gefängnis in Abuja, Nigeria, wo er sich in Polizeigewahrsam befindet.

Am Abend der Entführung durchbrachen bewaffnete Männer, die sich getarnt hatten, den Zaun um die Wohnräume der Seminaristen und eröffneten das Feuer. Sie stahlen Laptops und Telefone, bevor sie die vier jungen Männer entführten.

Der mutmaßliche Mörder sagte auch, dass die Bande Nnadis Mobiltelefon benutzte, um ihre Lösegeldforderungen zu stellen, und mehr als 250.000 Dollar verlangte, die später auf 25.000 Dollar reduziert wurden, um die Freilassung der drei überlebenden Studenten zu erreichen.

Der Mord an Nnadi ist Teil einer andauernden Serie von Angriffen und Morden an Christen im Land in den letzten Monaten.

Erzbischof Ignatius Kaigama von Abuja forderte den nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari auf, in einer Predigt am 1. März in einer Messe mit der Katholischen Bischofskonferenz von Nigeria auf die Gewalt und die Entführungen einzugehen.

"Wir müssen Zugang zu unseren Führern haben; Präsident, Vizepräsident. Wir müssen zusammenarbeiten, um Armut, Tötungen, schlechte Regierungsführung und alle möglichen Herausforderungen, vor denen wir als Nation stehen, zu beseitigen", sagte Kaigama.

In einem Brief vom Aschermittwoch an die nigerianischen Katholiken forderte Erzbischof Augustine Obiora Akubeze von Benin-Stadt die Katholiken auf, aus Solidarität mit den Opfern Schwarz zu tragen und zu beten, angesichts der "wiederholten" Hinrichtungen von Christen durch Boko Haram und "unaufhörlichen" Entführungen, die "von diesen Gruppen begangen werden".

Islamisten hätten zudem zahllose christliche Dörfer angegriffen, Bauernhöfe in Brand gesteckt, Fahrzeuge mit Christen angegriffen, Männer und Frauen getötet und entführt und Frauen als Sexsklaven genommen und gefoltert.

Am 27. Februar sagte der für Religionsfreiheit zuständige US-Botschafter Sam Brownback gegenüber CNA, dass sich die Lage in Nigeria verschlimmert.

"In Nigeria werden viele Menschen getötet, und wir befürchten, dass sich dies in der Region stark ausbreiten wird", sagte er CNA. "Es ist eines, das wirklich auf meinen Radarschirmen aufgetaucht ist - in den letzten Jahren, aber besonders im letzten Jahr.

"Ich denke, wir müssen die Regierung [des nigerianischen Präsidenten Muhammad] Buhari mehr in die Pflicht rufen. Sie können mehr tun", sagte er. "Sie bringen diese Menschen, die religiöse Anhänger töten, nicht vor Gericht. Sie wollen offenbar nicht handeln."

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