Indonesische Katholiken in West-Papua fordern UN-Kommission nach Tötung eines Katecheten

Grabkreuz
Foto: Sarah Marchant / Shutterstock.

In einem Brief an die Vereinten Nationen bitten indonesische Katholiken um die Schaffung einer UN-Kommission im Fall des von indonesischen Streitkräften getöteten katholischen Katechisten Rufinus Tigau. 

Das melden die Päpstlichen Missionswerke. 

Der Katholik wurde laut "Fides" von Beamten der Sicherheitspolizei am 26. Oktober 2020 in Papua getötet, auf der von Indonesien annektierten westlichen Hälfte von Neuguinea. Auf der Insel kämpfen Separatistengruppen im Papua-Konflikt.

Die UN-Kommission soll in dem Fall ermitteln, nachdem die indonesischen Behörden in dem Fall nicht strafrechtlich ahnden. Die katholischen Laien wurden beschuldigt, Mitglieder oderSympathisanten der "Nationalen Befreiungsarmee West Papua" (Tentara Pembebasan Nasional Papua Barat) zu sein, was die Ortskirche entschieden dementiert.

Pfarrer Martin Kuayo, Administrator der Diözese Timika, erinnerte laut "Fides" daran, dass der Fall Rufinus "nicht der erste Fall von Gewalt ist, der Mitarbeiter der katholischen Kirche betrifft. Erst am 7. Oktober wurde auch Agustinus Duwitau, ebenfalls Katechist ermordet. Wenn wir über diese Vorfälle schweigen“, fügte er hinzu, „befürchte ich, dass sich die Lage verschlechtern wird“.

Neben den getöteten Katholiken wurden auch protestantische Christen umgebracht. Der protestantische Pastor Yeremia Zanambani wurde am 19. September 2020 von Soldaten aus Intan Jaya erschossen; nur einige Tage später, am 22. September, wurde Pastor Albert Degei im Dorf Kalisemen im Bezrik Nabire, tot aufgefunden.

Gespräche von katholischen Kirchenvertretern mit Regierungsvertretern in der Hauptstadt Jakarta sollen nun ebenfalls vermitteln helfen.

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