Investitur der Grabesritter in Frankfurt am Main: Kardinal Marx betont "Synodalität"

Aufnahme von 22 neuen Mitgliedern durch Großprior - Marx: "Was sagen uns die Herausforderungen der Zeit, die Zeichen der Zeit?"

Großprior des Ordens ist der Münchener Erzbischof Reinhard Kardinal Marx.
Foto: Irene Rothweiler / EWTN.TV
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Der Münchener Erzbischof und Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Reinhard Kardinal Marx, hat am heutigen 25. Mai insgesamt 22 neue Mitglieder aufgenommen. Bei der feierlichen Zeremonie, die vom katholischen Fernsehsender EWTN.TV live übertragen wurde, forderte Marx, dass die Kirche in der heutigen Zeit noch stärker den Weg der Synodalitat einschlagen müsse und unterstrich die Bedeutung des Christentums für die Politik.

Etwa 700 Mitglieder sind nach Frankfurt gekommen, um der feierlichen Zeremonie beizuwohnen. Im Kaiserdom St. Bartholomäus nahm Kardinal Marx die Männer durch den Ritterschlag, die Damen durch die Abnahme eines feierlichen Versprechens in den Orden auf. Zuvor hatte er in seiner Predigt an die Berufung eines jeden Christen erinnert, Zeuge des Glaubens zu sein: "Wir haben nicht eine theoretische Wahrheit zu verkünden, keine abstrakten Gesetze, sondern die Gewissheit: Er lebt!" Auch wegen des Auferstehungsglaubens sei das Christentum "die revolutionärste Botschaft, die jemals auf dieser Erde ausgesprochen wurde". Marx zitierte dabei einen Ausspruch Joseph Ratzingers:

"Christentum ist nicht die Fortsetzung der Religion mit anderen Mitteln, sondern vernunftgeleitete Aufklärung"

Deshalb, so der Kardinal, sei "unser Glaube gefährlich für die Mächtigen. Das ist der Kern, warum das Christentum verfolgt wird". Dennoch könne die Politik von der Kirche profitieren. Das Evangelium gebe Zeugnis davon, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das Grundgesetz sei "ohne das Christentum unvorstellbar".

Die Kirche müsse "offen sein für Grenzen, die wir überschreiten können". Marx: "Wir machen keine parlamentarische und demokratische Veranstaltungen in dem Sinn." Stattdessen sei der Weg der "Synodalität" vielmehr eine Kommunikation, die zwischen dem Heiligen Geist und dem Kirchenvolk stattfinde. Er rief dazu auf, nicht rechthaberisch zu sein, sondern gemeinsam um einen Zukunfsweg zu ringen. Das Wort "Synodalität" gehöre von Anfang an zur Kirche dazu und erinnere an die Apostelgeschichte, in der die junge Kirche bereits darum stritt, wie man mit der Tradition weitergehen solle: "Ich kann mir vorstellen, dass es da heftig zugegangen ist". Heute gelte für die Kirche mehr denn je: "Was sagen uns die Herausforderungen der Zeit, die Zeichen der Zeit?"

Bei der anschließenden Zeremonie wurden acht Damen und 14 Herren in den Ritterorden aufgenommen. Sie versprechen dabei den Orden auch in Zukunft bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben im Heiligen Land zu unterstützen und im alltäglichen Leben Zeugnis für Christus zu geben. Wie der Michael Schnieders, der Statthalter der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, in einem Interview mit EWTN erklärte, sei der Orden für seine Mitglieder auch eine geistliche Heimat (CNA Deutsch hat berichtet).

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein pästlicher Laienorden, der auch geistliche Mitglieder aufnimmt. Seit 150 Jahren investiert die päpstliche Institution unter der Leitung eines Kardinalgroßmeisters Damen und Herren. Der Ritterorden hat weltweit mittlerweile 30.000 Mitglieder, davon 1.500 in Deutschland.

Am Sonntag, dem 26. Mai 2019, werden die Feierlichkeiten zur Investitur mit einem Pontifikalamt im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt abgeschlossen. Hauptzelebrant ist der Limburger Bischof Georg Bätzing. EWTN.TV überträgt die Heilige Messe ab 10.00 Uhr live, auch im Internet-Livestream.

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