"Jesus in den Kindern sehen": Franziskus verknüpft Segen "Urbi et Orbi" mit Appell

Papst Franziskus betet beim Spenden des Segens "Urbi et Orbi" am 25. Dezember 2017
Foto: CNA / Daniel Ibanez

Papst Franziskus hat den traditionellen Weihnachtssegen der Stadt und des Weltkreises – urbi et orbi – mit einem Aufruf zu Solidarität und Frieden mit Blick auf eine Reihe politischer Brennpunkte verknüpft. 

Von der Loggia des Petersdoms aus sprach Franziskus am heutigen Montag vor mehreren 10.000 Gläubigen auf dem – mit scharfen Sicherheitsvorkehrungen vor islamistischem Terror und anderen Gefahren bewachten – Petersplatz.

Weihnachten – die Geburt Jesu – "erfüllt uns mit Ergriffenheit, weil die Zärtlichkeit unseres Vaters so groß ist", so der Pontifex. 

Während heute Kriegsstürme über die Welt hinwegfegen und ein inzwischen überholtes Entwicklungskonzept weiterhin zum Niedergang des Menschen, des Sozialgefüges und der Umwelt führt, ruft uns Weihnachten zum Zeichen des Kindes zurück. 

Heute, sagte Franziskus, sehe er Jesus

  • "in den Kindern des Nahen Ostens", die leiden, weil es keinen Frieden gebe, etwa zwischen Israelis und Palästinensern, so Franziskus; 
  • "in den Gesichtern der syrischen Kinder: Syrien möge "das soziale Gefüge unabhängig von ethnischen oder religiösen Zugehörigkeiten" wiederherstellen, appellierte der Pontifex;
  • "in den Kindern des Irak", der immer noch "von Feindseligkeiten" verwundet sei;
  • "in den Kindern des Jemen", wo ein "großenteils vergessener Konflikt" im Gange sei, der Hunger und Krankheiten grassieren lasse;
  • "in den Kindern Afrikas, vor allem in jenen, die im Südsudan leiden, in Somalia, in Burundi, in der Demokratischen Republik Kongo, in der Zentralafrikanischen Republik und in Nigeria";
  •  "in den Kindern der ganzen Welt", so der Papst, und erwähnte KoreaVenezuela und die Ukraine;
  • "in den Kindern deren Eltern arbeitslos sind", fuhr Franziskus fort; oder die selber arbeiten müssen, manche gar als Kindersoldaten; sowie
  • "in den vielen Kindern, die gezwungen sind, ihre Länder zu verlassen", sagte dann der Papst, und erinnerte an seine Reise nach Burma und Bangladesch:

"Wieder erblicke ich Jesus in den Kindern, denen ich während meiner letzten Reise nach Burma und Bangladesch begegnet bin, und erhoffe mir, dass die internationale Gemeinschaft nicht aufhöre, sich dafür einzusetzen, dass die Würde der in der Region anwesenden Minderheiten angemessen geschützt werde"

Vor diesem Hintergrund appellierte der Papst an seine Zuhörer, "setzen wir uns mit seiner Gnade dafür ein, unsere Welt menschlicher und würdiger für die Kinder von heute und morgen zu gestalten". In ihnen möge Weihnachten "die Sehnsucht nach einer geschwisterlicheren und solidarischeren Zukunft" erwecken, so der Papst. 

Den vollen Wortlaut der Ansprache zum Segen "Urbi et Orbi" lesen Sie hier: